Schau-Sortierung: Nicht alles ist Mist. Expertenrunde nahm in Wiener Neudorf den Inhalt einer Mülltonne in Augenschein. Das Ergebnis war alles andere als befriedigend.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 26. September 2020 (05:23)
Schau-Sortierung am Reisenbauer-Ring: Bürgermeister Herbert Janschka, Abfallberaterin Daniela Jordan, Vizebürgermeister Werner Tomek und Alexander Stöhr.
Willy Kraus

Die Marktgemeinde Wiener Neudorf möchte in den Wohnhausanlagen aufzeigen, dass viele wertvolle Altstoffe wie Kunststoffverpackungen oder Altpapier einfach in dem Restmüll landen. Dazu wurde der Inhalt einer 1.100-Liter-Restmülltonne am Reisenbauerring begutachtet.

Auf Initiative von Vizebürgermeister Wolfgang Tomek, SPÖ, wurde die Sortierung in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband für Abfallwirtschaft (GVA) unter der wissenschaftlichen und organisatorischen Anleitung und Auswertung von Daniela Jordan und Alexander Stöhr vorgenommen.

Das Ergebnis war kein erfreuliches: Nur etwa ein Fünftel (22 Prozent) war tatsächlich Restmüll. Der übrige Abfall wäre für andere Tonnen bestimmt gewesen.

„Wir verfolgen das Ziel, bewusst zu machen, wie viele Wertstoffe sich im Abfall befinden“, betonte Tomek: „Trennverhalten zahlt sich nicht nur für die Umwelt aus, da hier Ressourcen geschont werden, sondern auch fürs Geldbörserl.“

Abfallberaterin Daniela Jordan ergänzte: „Die Menge an Wertstoffen hochgerechnet und richtig entsorgt könnte in der Wohnhausanlage bei einer 1.100-Liter-Restmülltonne eine Einsparung bei den Betriebskosten bewirken. Außerdem könnten aus den Altstoffen wieder neue Produkte gemacht werden. So macht Abfallwirtschaft Sinn.“