Beschäftigung für SOS Kinderdorf-Kinder in Hinterbrühl. Pädagogen lassen sich einiges einfallen, damit den Kindern nicht die Decke auf den Kopf fällt, bunte Tücher inklusive.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 05. April 2020 (05:32)
Auch im SOS-Kinderdorf müssen die Kinder jetzt sehr diszipliniert sein.
Kinderdorf

„Bevor uns die Decke auf den Kopf fällt, hängen wir sie aus dem Fenster“, mit diesem Slogan halten die Pädagogen des SOS-Kinderdorfes die Kinder in dieser schwierigen Zeit bei Laune, „sie machen jeden Morgen um 10 Uhr mit bunten Tüchern, Decken und Transparenten Familie sichtbar und winken sich zu.“

Für Thomas Wick, Leiter des SOS-Kinderdorfes in der Hinterbrühl, ist die Situation ganz klar eine Herausforderung: „Bei uns ist jetzt jedes Haus für sich eine isolierte Einheit, wir achten darauf, dass es keine Überschneidungen mit anderen Häusern gibt“, berichtet Wick, „das betrifft nicht zuletzt auch das Spielen im Freien, zum Glück hat ja auch jedes Haus seine Grünfläche.“ Die Pädagogen seien nun natürlich sehr gefordert, „aber die Mitarbeiter haben alle eine hochflexible Bereitschaft, sich hier einzusetzen, die Stimmung ist gut.“ Am Vormittag wird eine Art Schulbetrieb aufrecht erhalten, die Kinder bearbeiten ihren Schulstoff, auch eine Turnstunde in einer Freifläche gibt es, allerdings so, dass immer nur Hauseinheiten zusammen sind.

Den Kontakt mit anderen Häusern beziehungsweise Freunden hält man über Spielplattformen und Videokontakte aufrecht. Die Einkäufe werden zentral gebündelt: „Die Häuser geben ihre Bestellungen durch, die Einkäufe macht dann zum Beispiel ein Zivildiener.“ Eingeschränkt ist der Kontakt zu den Eltern der Kinder, „das geht halt jetzt nur über Telefon, da muss man auch mit den Kindern sprechen und ihnen die Lage erklären.“

Untersagt ist der Zugang zum Kinderdorf derzeit für Spaziergänger, ein Schild macht darauf aufmerksam: „Dass Leute mit ihrem Hund einfach durchgehen und die Situation entsteht, dass die Kinder dann alle zusammen zu dem Hund laufen, das geht im Moment natürlich nicht.“