Studium in Zürich: Chemie bleibt Nr. 1

Erstellt am 27. Dezember 2020 | 04:34
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Ein Ziel erreicht: Magdalena Lederbauer im Chemie-Hörsaal der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.
Foto: privat
Magdalena Lederbauer macht ihren Traum wahr und lernt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule.

Magdalena Lederbauer hatte schon während ihrer Schulzeit am Sir Karl Popper Gymnasium in Wien nur einen Wunsch: „Einmal an der Eidgenössischen Technischen Hochschule, kurz ETH, zu studieren“.

Denn die Kaltenleutgebnerin ist schon während der Schulzeit eine Koryphäe, was Chemie betrifft, die NÖN berichtete.

Sie gewinnt mehrmals die Österreichische Chemieolympiade und ihr gelingt es, 2019 bei der internationalen Mendeleev-Chemieolympiade in St. Petersburg eine Bronze-Medaille zu holen. Und das bei einem internationalen Teilnehmerfeld, „von Schülern aus Ländern, wo Naturwissenschaften ungleich höher bewertet und gefördert werden als in Österreich“, weiß Magdalena.

All diese Siege brachten sie ihrem Traum näher, in der Schweiz an der ETH zu studieren. Nach ihrer Matura 2019 war es so weit: Magdalena übersiedelte nach Zürich, um am Campus am Höngerberg Informatik, Physik, Mathematik sowie verschiedene Disziplinen der Chemie zu studieren. Mittlerweile hat sie sich eingewöhnt und schildert ihre Eindrücke: „Das Studium an der ETH ist so ähnlich, wie ich es schon von einigen Studenten davor mitbekommen habe und nun selbst miterleben darf: exzellent, intensiv, akademisch, hart, aber – oder gerade auch deswegen – qualitativ sehr hochwertig.“

Studium fordert alle Ressourcen

Die Chemie-Abteilung am Camous sei sehr modern und beeindruckend, was die technische Ausstattung betrifft. Um gut mit dem fordernden Stoff mitzukommen, sei es zeitweise notwendig, von früh bis spät zu arbeiten und Wert auf Lerntechniken, aber auch Auszeiten zu legen.

Magdalena meint: „Es ist sehr besonders, an einem ‚Quell der Forschung‘ zu leben und zu studieren. Ich bin sehr froh, einen Platz ergattert zu haben und nun diese Ausbildung genießen zu können.“

Einziger Wermutstropfen: „Wir Erstsemestrigen kamen dieses Jahr kaum in den Genuss von Präsenzveranstaltungen. Seit 2. November ist die gesamte Uni auf Distance-Learning umgestellt. Lediglich das analytisch-anorganische und physikalisch-chemische Praktikum hatten wir dreimal wöchentlich jeweils fünf bis sechs Stunden als Präsenzveranstaltung im Labor“, berichtet Magdalena.

Ein Lockdown war in der Schweiz bis dato nicht angedacht, es gab und gibt aber Einschränkungen im öffentlichen Leben, ganz besonders im Bildungsbereich.

„Man braucht ein extrem großes Maß an Selbstdisziplin und Zeitplanung, um mit dem Stoff, den Übungen, den Vorlesungen via Zoom und parallel dazu mit dem zeitintensiven und anstrengenden Labor mitzukommen“, sagt Magdalena.

Die Sehnsucht nach Präsenzunterricht ist bei ihr jedenfalls groß, auch ein Quäntchen Sehnsucht nach der Heimat bleibt.

Denn so sehr Magdalena für ihr Fach Chemie brennt, und so gut sie auch schon in der Schweiz in ihrem studentischen Leben angekommen ist: „Österreich, Niederösterreich und Kaltenleutgeben sind einmalig für mich“, stellt Magdalena fest.