Immer hitzigere Debatte um neue Mobilfunktechnologie. Befürworter und Gegner liefern sich erbitterte Wortgefechte. Sogar Transparent von 5G-Gegner Stephan Teix wurde schon beschmiert.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 20. August 2019 (04:22)
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Statt „Stoppt 5G“ ist jetzt „5G ja bitte“ auf dem Anhänger von Stephan Teix zu lesen.

Die Debatte um die Mobilfunktechnologie 5G geht weiter. Wie berichtet, formierte sich Widerstand um den 5G-Ausbau in der Region. In einem Schreiben wandte sich Andreas Gowing an die NÖN. Die Inkompetenz, das Nichtwissen oder das im Internet auf diversen Plattformen erworbene ‚Fachwissen‘ sei gigantisch.

„Ein sogenannter Bio-Bauer, der seine Äcker entlang der B 19 hat und seine Rinder und Schafe bis vor Kurzem neben der Straße liegen lässt, nimmt das Wort Gesundheit in den Mund. Ich würde Herrn Teix empfehlen, die Tiere mit Respekt zu behandeln, da sie Lebewesen sind“, so Gowing. Er schlägt außerdem all jenen, die gegen 5G wettern, vor, das Smartphone wegzugeben.

„Dieses ist ebenfalls mit W-Lan und 4G, also LTE-Technologie, ausgestattet“, meint Gowing. Das W-Lan würde im Frequenzbereich von 2,4 GHz bis 5 GHz arbeiten. Die fünfte Generation von Mobilfunk werde im Bereich von 3 GHz betrieben. „Die kabellosen Freisprecheinrichtungen in Fahrzeugen oder Kopfhörer – alle haben W-Lan oder Bluetooth im Bereich von 2,4 GHz“, weiß Gowing.

Er könne nur hoffen, dass sich die Bürgermeister als oberste Bauinstanz nicht ins „technische Aus“ schicken lassen und mit Verstand handeln und nicht um ihre Wählerstimmen fürchten. „Ich arbeite sein fast 20 Jahren im Mobilfunk und seit 30 Jahren mit Hausgeräten, übrigens zieht auch hier W-Lan ein zum Beispiel bei Thermomix, Waschmaschinen, Kühlschrank und Fernseher. Ich erfreue mich bei bester Gesundheit. Ich hatte auch eine Mobilfunkanlage am Dach, selbst diese habe ich ‚überlebt‘, ebenso wie der Hund und meine Mutter, die heuer den 90. Geburtstag feiert“, so Gowing.

Transparent soll erneuert werden

Nicht ganz nachvollziehen kann Stephan Teix den Angriff: „Was hat 5G mit mir als Person zu tun?“, fragt er sich und weist darauf hin, dass er schon seit 20 Jahren keine Rinder mehr habe und die Schafe nicht ihm gehören. „Die gesundheitlichen Auswirkungen von 5G sind fatal, Studien belegen das“, ist Teix überzeugt. Was ihn – unabhängig vom Leserbrief – verärgert ist, dass sein Anhänger samt Transparent beschmiert wurde. „Statt ‚Stoppt 5G‘ steht jetzt ‚5G ja bitte‘ auf dem Anhänger. Ich habe Anzeige erstattet und das Transparent wird erneuert“, ist Teix kämpferisch.

Auch VP-Bürgermeister Franz Wohlmuth hat sich genauer zum Thema erkundigt: „Wenn alles nach der Bauordnung ausgeführt wird, werden wir einen Ausbau nicht verhindern.“ Das Thema Gesundheit sei aber ohnehin nicht Gemeindekompetenz. „Grundsätzlich kann man sich vor dem technischen Fortschritt nicht verschließen, vor allem wenn man als Wirtschafts- und Schulstandort nicht auf der Strecke bleiben will“, so Wohlmuth.

Laut dem Forum Mobilkommunikation ist 5G keine Revolution, sondern eine Evolution aus bisher verwendeter und nun verbesserter Technik. Übertragungsform und Übertragungsmedium seien bestens bekannt. Bisherige Forschungsergebnisse zu Mobilfunk seien auf 5G übertragbar. Aktuelle Bewertungen würden bei Einhaltung der Personenschutzgrenzwerte keine Gesundheitsrisiken erwarten, teilt das Forum Mobilkommunikation mit.