Im Suff ins Kriminal. Alkohol weckte bei 15-Jährigem Aggression. In Parkanlage schlug er mit Feuerlöscher Autoscheibe ein. Vor Gericht bereut er.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 20. Februar 2019 (05:33)
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Symbolbild

„Ich war schwer betrunken. Was ich gemacht habe, ist mir erst bewusst geworden, als Polizisten gekommen sind“, sagt ein 15-Jähriger vorm Jugendrichter. Mit einem Promille Alkohol im Blut beschädigte er mit einem Feuerlöscher in der Park & Ride Anlage in Neulengbach ein Auto und brach in ein zweites ein. Gesenkten Hauptes sitzt er nun am Landesgericht in St. Pölten.

Am Skaterplatz konsumierte der Jugendliche Bier und rauchte einen Joint. „Am Heimweg bin ich durchs Parkhaus, hab’ den Feuerlöscher genommen. Ich war ziemlich aggressiv“, berichtet der 15-Jährige weiters im Prozess. Mit dem Feuerlöscher versuchte er vergeblich, in einen Lexus einzubrechen, und zertrümmerte dann die Scheibe eines Audi A7. „Zum Abreagieren“, so der Bursche.

Richter setzt die Strafe auf Probezeit aus

Ob der Angeklagte nach Beute gesucht hat? „Ich hab’ in das Auto reingeschaut, es war nichts drinnen.“ Den Feuerlöscher entsorgte er danach. „Beim Ausgang habe ich ihn ins Gestrüpp geworfen“, so der Teenager. Eine Zeugin hatte alles beobachtet, Polizisten waren rasch zur Stelle.

Rund 8.000 Euro beträgt der Schaden an den Autos. Berappt haben das die Eltern des 15-Jährigen. In Raten muss er das Geld bei ihnen abstottern.

Um Milde bittet der Verteidiger des Angeklagten. „Mein Mandant hat sich damals in einer dunklen Phase seines Lebens befunden. Er hatte den falschen Freundeskreis und der Skaterplatz ist ein Problem. Das ist nicht der ideale Ort für Jugendliche“, so der Rechtsanwalt.

Der Richter spricht den 15-Jährigen zu den Vorwürfen des Einbruchsdiebstahls und der dauernden Sachentziehung schuldig, Strafe setzt es aber keine. „Die setze ich auf Probezeit aus“, erklärt er. Ein Bewährungshelfer wird dem Burschen zur Seite gestellt, eine begonnene Therapie muss er fortsetzen. Das Urteil ist rechtskräftig.