Autofahrer-Streit endete mit Tritten und Schlägen. Ein Streit zwischen Autofahrern bauschte sich über rund 30 Kilometer auf und endete mit Schlägen und Tritten vor der Dienststelle der Autobahnpolizei in Altlengbach. 

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 14. Februar 2020 (03:32)
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Ein Streit zwischen zwei Autofahrern und deren Beifahrern endete mit Schlägen und Tritten vor der Autobahnpolizei Altlengbach. Dabei sollen ein 30-jähriger Wiener und seine 31-jährige Frau ein Ehepaar aus Altlengbach verletzt haben. Die beiden müssen sich wegen teils schwerer Körperverletzung verantworten.

Begonnen hat der Konflikt der Verkehrsteilnehmer bereits in Wien, kurz vor der Auffahrt auf die Westautobahn, wo die Straße zweispurig ist. Auf beiden Fahrspuren fuhren Autos. „Ich bin etwas schneller auf das Auto vor mir zugefahren, um anzudeuten, dass ich überholen möchte. Auf einmal hat das Auto vor mir stark gebremst“, erzählt die Altlengbacherin, die hinterm Steuer saß. Laut den Angeklagten konnten die Kontrahenten dann überholen, hätten dabei aber etwas auf ihr Auto geworfen.

„Wir wollten uns das Kennzeichen aufschreiben und sind ihnen deshalb nachgefahren“, erklärt der Wiener. Auf der Autobahn gab es noch weitere Vorfälle, wie die Autolenkerin aus Altlengbach erzählt. „Er hat uns zwei- oder dreimal geschnitten und vor uns gebremst, sodass ich eine Vollbremsung machen musste.“ Da es keine verkehrsbedingte Notwendigkeit gab, weitet der Staatsanwalt den Strafantrag um „Nötigung zu einer Vollbremsung ohne Notwendigkeit“ aus. 

„Wir wollten uns das Kennzeichen aufschreiben und sind ihnen deshalb nachgefahren“

Bis Altlengbach waren die Angeklagten hinter den beiden Niederösterreichern, die sich verfolgt fühlten und zur Autobahnpolizei fuhren. Der 30-Jährige und seine Frau hinterher. Dort eskalierte die Situation. Die beiden Männer gerieten aneinander und kamen auf dem Boden zu liegen. Der Angeklagte lag auf seinem Kontrahenten, richtete sich auf und versetzte dem Altlengbacher mehrere Schläge ins Gesicht. Dann stand er auf und trat gegen seinen Körper. Dies kann der Polizist der Dienststelle bestätigen, der durch Schreie der Altlengbacherin aufmerksam wurde. „Ich habe gedacht, jetzt bringt er ihn um“, erzählt die Frau des Opfers. Sie wollte ihm zu Hilfe eilen und hat dabei einen Stoß von der Angeklagten bekommen.

„Ich habe sie nicht gesehen und bin erschrocken“, erzählt die 31-Jährige. Da es sich um leichte Körperverletzung handelt, kommt die Angeklagte mit einer Diversion von 90 Tagessätzen zu je vier Euro davon. Außerdem muss sie 400 Euro Schadenersatz zahlen. Bei dem 30-Jährigen gehen Richterin und Staatsanwalt von versuchter schwerer Körperverletzung aus, dies fällt unter die Zuständigkeit des Schöffengerichts. Die Verhandlung wird vertagt.