Dubioser Fahrzeugkauf landete vor Gericht. Ungar sitzt wegen Diebstahls vor Gericht. Er soll Klein-Lkw gestohlen haben. Seine Erklärung: Er habe den Wagen gekauft, allerdings nicht vom Besitzer, sondern von Fremden.

Von Beate Riedl. Erstellt am 17. April 2019 (16:31)
APA (Symbolbild)
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Schwerer Diebstahl wird einem Ungarn am Landesgericht St. Pölten vorgeworfen. Er soll im Jänner 2018 einen nicht fahrbereiten Klein-Lkw vom Autobahn-Rastplatz beim Knoten Steinhäusl gestohlen haben. Diesen Vorwurf lässt der Fahrzeughändler (47) aber nicht auf sich sitzen, denn er hätte das Fahrzeug nicht gestohlen, sondern rechtmäßig gekauft, wie er mit seiner dubiosen Geschichte dazu versichern will: Auf dem Heimweg von Deutschland nach Ungarn soll der 47-Jährige auf einem Parkplatz einige Kilometer von Steinhäusl entfernt von einem Paar angesprochen worden sein, ob er dessen Klein-Lkw kaufen wolle, der nicht mehr fahrbereit sei. „Sie wollten ihn einfach nicht mehr haben“, erinnert er sich an ihre Worte.

Nach kurzer Verhandlung gab der Ungar dem Paar 1.000 Euro, dafür bekam er einen Kaufvertrag, eine Kopie der Papiere, zwei Schlüssel und eine Kopie des Reisepasses der Frau – und das Auto, das in Steinhäusl parkte. Ihre Wege trennten sich, und er begutachtete daraufhin seine Errungenschaft, die er wenige Tage später mit dem Anhänger nach Ungarn brachte.

„Mir ist schlecht geworden, als ich gehört habe, dass das Fahrzeug gestohlen gemeldet war.“ Angeklagter

„Kaufen Sie so öfters Autos?“, wollte der Richter von dem Angeklagten wissen. „Nein, irgendwie kam es mir auch komisch vor, aber ich habe die Schlüssel bekommen und auch die Kopie des Passes von der Frau“, fühlte sich der Angeklagte in Sicherheit. Doch dann kam die Hiobsbotschaft für ihn: „Mir ist schlecht geworden, als ich dann gehört habe, dass das Fahrzeug gestohlen gemeldet war“, erzählt er dem Richter. Der Besitzer, der in England wohnt, wollte das Fahrzeug nach Bulgarien überstellen, hatte dann aber eine Panne und ließ das Fahrzeug in Steinhäusl zurück. Er konnte sich nicht erklären, wie der Ungar zu den Schlüsseln gekommen war. Auch das ganze Hab und Gut, das darauf geladen war, war weg. „Ich habe ihn ohne persönliche Sachen abtransportiert“, versichert der Angeklagte.

Zur Klärung des Falles soll nun die Frau, von dem der Angeklagte eine Kopie ihres Reisepasses erhalten hat, ausgeforscht werden und die Sachlage klären. Die Verhandlung wurde vertagt.