Kein Geld für ein Zwillingstreffen. St. Christophenerin startete Initiative für internationales Treffen in Altlengbach. Der Gemeinde sind die Kosten zu hoch.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 13. Januar 2019 (04:07)
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Symbolbild

Das Internationale Zwillingstreffen könnte doch 2019 in Altlengbach ausgetragen werden – diese Idee hatte Christine Hell. Sie war mit ihrer Zwillingsschwester Rosemarie Huber-Marsam zweimal bei derartigen Treffen in Schladming und Wagrain dabei. „Ich habe mir gedacht, dass das eine tolle Sache für die Region wäre“, sagt die St. Christophenerin.

Sie unterbreitete Bürgermeister Michael Göschelbauer ihren Vorschlag. Nach längerem Hin und Her kam Anfang Dezember in Altlengbach ein Termin mit Max Strafinger zustande. Er ist der Organisator der Zwillingstreffen und präsentierte sein Projekt. Seit 1984 sind an verschiedenen Orten Österreichs hunderte Zwillingspärchen aus verschiedenen Ländern rund um Fronleichnam nach St. Johann, Bad Ischl, Velden, Ossiach, Maria Alm oder Maria Wörth gekommen.

Christine Hell hatte den Eindruck, dass Bürgermeister Göschelbauer einer Veranstaltung in seinem Heimatort positiv gegenüberstehe. Aber nach dem Gespräch in Altlengbach herrschte Funkstille. Weder Max Strafinger noch Christine Hell hörten bis Jahresende etwas von der Gemeinde.

Auf Anfrage der NÖN erklärt der Ortschef: „Ich hätte das Treffen gern bei uns gehabt, aber wir hätten einen Mehrheitsbeschluss im Gemeinderat gebraucht. Das werden wir nicht schaffen.“ Denn seitens der SP-Fraktion habe es eine Absage wegen der Kosten in der Höhe von 6.000 Euro gegeben.

Ablehnung von SP-Seite

Das bestätigt SP-Vizebürgermeister Wolfgang Luftensteiner: „Für uns sind diese Kosten unverhältnismäßig hoch. Wir hatten schon internationale Ereignisse in Altlengbach, die uns nichts gekostet haben. Wir hatten Vereine da, zum Bespiel die europäischen Greenkeeper oder die Euro Wings, das hat der Gemeinde null Euro gekostet. Auch die Fußballer aus Australien haben wir schon da gehabt, und das hat uns nichts gekostet.“ Man sei als Fremdenverkehrsgemeinde nicht gegen solche Veranstaltungen, betont Luftensteiner, und man könne sie auch unterstützen, indem man zum Beispiel einen Abend sponsere: „Aber wir haben noch nie aus der Gemeindekassa Beiträge für die Organisation einer Veranstaltung gezahlt, die nur der Gastronomie zugute kommt.“ Die eigenen Vereine, die das ganze Jahr über tätig seien, würden nie so viel Geld bekommen, argumentiert Luftensteiner seine Ablehnung.

Organisator Max Strafinger erklärt gegenüber der NÖN: „Wir haben unsere Bedingungen auf den Tisch gelegt, und natürlich sind 6.000 Euro für eine kleine Gemeinde ein großer Brocken.“ Er sei nicht böse, dass sein Angebot nicht angenommen wurde. Aber eine Information über die Entscheidung wäre nett gewesen, so Strafinger.

Bürgermeister Michael Göschelbauer betont, dass man in zwei Jahren weiterreden könne: „Meine Türen stehen offen.“

Und Max Strafinger sagt: „Sage niemals nie. Reden kann man immer.“