Keine Bestätigung für Wolf in Wienerwald-Region. Jäger glauben, dass sich Tier in der Gegend herumtrieb.

Von Beate Riedl, Birgit Kindler und Renate Hinterndorfer. Erstellt am 19. Februar 2019 (05:45)
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Symbolbild

Tierische Einwanderer durchstreifen nicht nur die Grenzregionen, sondern werden auch in der Region immer wieder gesichtet. „Der Wolf ist im Bezirk unterwegs“, ist Bezirksjägermeister Johannes Schiesser überzeugt. In Mauerbach hat er Schafe gerissen, wie eine DNA-Analyse bestätigte. Gerüchten zufolge soll sich im Jänner im Bereich St. Christophen und Markersdorf ein Wolf herumgetrieben haben. Auf einer Wildkamera soll das Tier zu sehen sein. Einige Jäger sind sich sicher, dass es ein Wolf war, andere wiederum glauben es nicht.

Der Wolfsbeauftragte des Landes Georg Rauer konnte eine Wolfssichtung jedoch nicht bestätigen. „Bei uns ging keine Meldung ein“, sagt er. Der
Bezirk sei mit Sicherheit kein Hotspot, was dieses Thema betrifft. Rauer spricht von einer großen Unsicherheit bei den Sichtungen oder Meldungen. „Natürlich gibt es die Möglichkeit, sich zu täuschen, auch bei den Fährten ist es schwierig, mit Sicherheit zu sagen, dass es ein Wolf ist“, erklärt Rauer. Denn größere Hunde könnten ähnliche Pfotenabdrucke hinterlassen. Meldungen über Wölfe
halten sich in der Region jedoch ohnehin sehr in Grenzen.
Oft lassen sich Sichtungen auch schwer nachvollziehen, erklärt Rauer. „Wenn es aber zu einem Riss kommt oder etwas Verdächtiges wahrgenommen wird, wird dem nachgegangen“, sagt der Wolfbeauftragte des Landes.

 Waschbären und Marderhunde als Gefahr

 Aber nicht nur tierische Rückkehrer, sondern auch einst nicht heimische Arten können eine Gefahr sein. „Waschbär und Marderhund etwa sind eine große Bedrohung für Bodenbrüter, weil sie quasi auf dem Präsentierteller sind“, weiß Bezirksjägermeister Johannes Schiesser. Diese invasiven Arten vermehren sich stark und verdrängen heimische Arten und Ökosysteme. „Das Rebhuhn, die Feldlerche und einige andere Bodenbrüter werden wir früher oder später verlieren, das können auch wir Jäger nicht verhindern“, befürchtet Schiesser. Ein besonderes Problem sei, dass heimische Tiere den Marderhund oder den Waschbär im ersten Moment nicht als Feind erkennen. „Sie sind an diese Bedrohung nicht angepasst“, sagt der Bezirksjägermeister.

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