Debatte um die Regenbogenfahne in Altlengbach. SP und VP diskutierten, wie lange dieses Symbol in der Gemeinde hängen darf. Schlussendlich gibt es zwei Fahnen.

Von Birgit Kindler und Ernst Klement. Erstellt am 05. Juli 2020 (03:48)
Geschäftsführender Gemeinderat Bernhard Wachter und SP-Obfrau Anita Fisselberger freuen sich über den zweiten Standort für die Fahne.
SP Altlengbach

Einig waren sich alle Mandatare, dass mit der Regenbogenfahne ein wichtiges Zeichen gesetzt wird. Nicht einigen konnte man sich allerdings darauf, wie lange die Fahne in Altlengbach vor dem Gemeindeamt wehen soll.

SP-Obfrau Anita Fisselberger stellte den Antrag, dass die Fahne einen Monat lang vor dem Gemeindeamt wehen soll. „Die Regenbogenfahne steht für Frieden und Veränderung, gilt als Zeichen der Toleranz und der Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensformen und Aufbruch. Wir wollen solch ein Zeichen in der Gemeinde setzen und spenden auch diese Regenbogenfahne“, so Fisselberger.

Auch VP-Gemeinderätin Agnes Lepschy betonte: „Das Anprangern von Diskriminierung und Rassismus ist nicht nur legitim, es ist überaus wichtig. Das Eintreten für Frieden und Respekt ist notwendig. Es ist gut, dass diese Debatte auch in unserer Gemeinde geführt wird.“ VP-Bürgermeister Michael Göschelbauer ergänzte: „Ich bitte alle Parteien sich für ein Abrüsten der Worte und für einen respektvollen Umgang miteinander einzusetzen.“

Der Dringlichkeitsantrag der SP, dass die Regenbogenfahne ein Monat vor dem Gemeindeamt hängen soll, wurde abgelehnt. Die VP kam dafür mit einem Gegenvorschlag: „Unser Angebot ist, dass die Regenbogenfahne am Wochenende vor der Gemeinde hängt.“ Mit den Stimmen der VP wurde der Kompromiss beschlossen. Die SP enthielt sich der Stimme.

Zweite Fahne bei der Trafik

Das sei ein Kuhhandel, teilte die SP mit. „In der Zwischenzeit haben wir eine alternative und zentrale Stelle gefunden, wo für alle gut und weit sichtbar das Symbol für Vielfalt, Frieden und Toleranz über Altlengbach für nicht nur zwei Tage wehen darf“, so SP-Obfrau Fisselberger. Die Fahne wurde bei der Trafik aufgehängt. Damit sei es der SP gelungen, dass in Altlengbach zwei Regenbogenfahnen wehen.

Göschelbauer ließ sich auf die Debatte nur am Rande ein: „Es ist in Ordnung, dass wir dieses Zeichen setzen, deshalb haben wir im Gemeinderat mehrheitlich auch beschlossen, diese Fahne für ein ganzes Wochenende zu hissen.“ Daraus ein politisches Hick-Hack machen oder etwas skandalisieren zu wollen, halte er für übertrieben und das entspreche auch nicht dem Geist dieser Geste.