Bundesheer baute Behelfsbrücke in Neulengbach. Fußgängerübergang über Fluss war Übungsobjekt für Melker Pioniere.

Von Beate Riedl und Monika Dietl. Erstellt am 28. Juli 2021 (03:35)
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Innerhalb von nur zwei Tagen wurde die Brücke über den Laabenbach errichtet.
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Schwere Schäden richtete das Unwetter in Niederösterrreich an. Unzählige Freiwillige waren im Einsatz, um zu helfen, genauso wie das Bundesheer. Aufgrund dessen kam auch der Übergang über den Laabenbach, den das Bundesheer errichtete, nun ein paar Tage verspätet nach Neulengbach. Am Freitag wurde sie schließlich für Fußgänger und Radfahrer freigegeben. „Donnerstag und Freitag waren die Melker Pioniere in Neulengbach mit 30 Mann, davon 17 Rekruten und 13 Kader-Soldaten, vor Ort“, berichtet Stadtrat Jürgen Rummel, der sich auch selbst ein Bild vom Aufbau machte. Diese Behelfsbrücke ist ein Übungsobjekt für die Melker Pioniere, zuvor war sie in Untergrafendorf eingesetzt. Bis zur Fertigstellung der neuen Sturmbrücke wird sie als Ersatz dienen, dann geht sie zurück nach Melk für die weiteren Einsätze.

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Stadtrat Gerhard Schabschneider, Zugskommandant Vizeleutnant Gerhard Falkensteiner, Stadtrat Jürgen Rummel, Bürgermeister Franz Wohlmuth und Andreas Schnabl von der Neukom beim Aufbau der Brücke.
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Mit Hilfe eines Kranes auf einem Vierachs-Allradfahrzeug wurden die Stahlelemente zunächst neben dem Fluss an die richtige Position gebracht und von den Männern mit Bolzen verbunden. Dann wurde das Bauwerk, das auf Rollen gelagert war, über den Fluss vorgeschoben, wobei der Kran das freie Ende über die Tiefe hob. Zuletzt wurde die Brücke verschwenkt und auf dem vorbereiteten Lager verankert.

Die Brücke hat eine freie Spannweite von 21,35 Meter und eine technische Nutzlast von 20 Tonnen – für diese Last wird sie in Anbetracht der Verwendung für den Fußgänger- und Radfahrverkehr aber nicht freigegeben.

Die Kosten der Brücke halten sich für die Gemeinde in Grenzen, denn diese musste lediglich die Verpflegung der Soldaten übernehmen. Die Ersatzbrücke gehört dem Land NÖ in Zusammenwirken mit dem Bundesheer erfolgt die Errichtung. „An dieser Stelle gilt der Dank, allen Mitwirkenden beim Bundesheer, dem Land, der Stadtgemeinde Neulengbach und allen Anrainern für ihre Ausdauer und ihr Verständnis“, so Rummel.

Brückenbau Neulengbach
Bundesheer-Kameraden aus Melk bauten unter Zugskommandant Vizeleutnant Gerhard Falkensteiner die Fußgängerbrücke auf. Im Bild mit den Gemeinderäten Harald Hirschmüller sowie Wasserverbands-Obmann Karl Glatter und der zuständige Stadtrat für Infrastruktur Jürgen Rummel bei der feierlichen Übergabe. 
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Bis zum Ende der Brückenbaustelle wird sie nun den Fußgängern und Radfahrern einen großen Umweg ersparen. „Der Bauzeitenplan bei der Sturmbrücke liegt gut in der Zeit, der Zeitverlust von etwa einer Woche, welcher durch die Bohrpfähle entstanden ist, wurde bereits aufgeholt. Alle Beteiligten sind guter Dinge und wir gehen davon aus, dass bis Ende September der Bauzeitenplan hält“, zeigt sich Rummel positiv. Glücklicherweise habe auch das Hochwasser zu keinen Schäden bei der Brückenbaustelle geführt. Aber es war laut Rummel ein „Schuss vor dem Bug“, die Unwetter und der starke Regen hätten gezeigt, wie schnell es gehen kann und wie wichtig es sei, das Bachbett stets frei zu räumen. „Der Dank gebührt hier der Feuerwehr Neulengbach, die hier rasch und professionell eingeschritten ist um gröbere Schäden zu vermeiden“, streut Rummel den Kameraden Rosen.