Neulengbach

Erstellt am 08. Januar 2019, 03:13

von Renate Hinterndorfer und Christine Hell

Verbot für Ölheizung: „Geht in die richtige Richtung“. Seit 1. Jänner dürfen Öl-Heizungen nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN zeigt, wer im Bezirk profitiert und wer verliert.

Symbolbild  |  shutterstock.com

Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Öl-Heizungen mehr geben wird. Dennoch: Jeder sechste Haushalt heizt immer noch mit Öl. Um den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus. Bis zu 5.000 Euro erhält, wer von Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigt.

„Wir merken noch nichts von dieser Neuerung, das wirkt sich sicher erst längerfristig aus“, sagt Josef Breitenecker senior. Der Gründer der Nahwärme Regional Energie Wienerwald freut sich über das Verbot von Ölheizungen bei Neubauten. Er rechnet damit, dass dadurch das Heizen mit regionalen Hackschnitzeln immer interessanter werden wird. „Das neue Gesetz geht in die richtige Richtung, besonders wichtig wäre im Sinne der Umwelt aber auch noch eine zusätzliche Co2-Steuer“, so Breitenecker.

Auf eine vermehrte Nachfrage durch das Verbot hofft Stefan Kunst, Geschäftsführer der Nahwärme Regional Energie Wienerwald in Kirchstetten. Er stellt fest, dass es vor allem von den Gegebenheiten vor Ort abhängt, wie die Umstellung von Öl auf andere Heizformen erfolgt: „Wenn eine Gasleitung vor dem Haus vorbeiführt, wird in den meisten Fällen nicht lange überlegt und eine Gasheizung installiert werden, weil das kostengünstiger ist“, sagt Kunst.

Wenn aber der Umweltgedanke zum Tragen komme, sei eine Umstellung auf Biomasse unumgänglich. Bei Heizungsumstellungen würden oft nur die Investitionskosten gesehen und nicht die Vollkosten auf längeren Zeitraum betrachtet, berichtet Stefan Kunst: „Wir sind aber zusätzlich auch für die Instandhaltung zuständig. Wenn man das alles mitrechnet, können wir kostenmäßig mit unserer Nahwärme sicher mithalten.“

„Wenn eine Gasleitung vor dem Haus vorbeiführt, wird in den meisten Fällen nicht lange überlegt und eine Gasheizung installiert werden, weil das kostengünstiger ist“

Alexander Eisinger berichtet, dass es bereits seit Jahren eine steigende Nachfrage nach Alternativen zur Ölheizung gibt. „Sobald eine Anlage alt ist oder gröbere Reparaturen anstehen, wird eine Umstellung überlegt“, berichtet der Chef der E.L.M.A. e.U. in Innermanzing. Dabei seien vorhandene Räumlichkeiten ebenso entscheidend wie der Kostenfaktor oder die Bequemlichkeit, sagt der Unternehmer: „Optimal und vom Umweltgedanken her die beste Entscheidung, ist eine Kombination aus Photovoltaikanlage und Wärmepumpe, alles läuft vollautomatisch. Das ist die bequemste Lösung, aber auch die kostenintensivste“, berichtet der Unternehmer. Eine Heizung mit Pelletkessel erfordere etwas Arbeit, weil die Asche regelmäßig ausgeleert werden müsse.

„Eine Heizungsumstellung bedeutet in privaten Häusern immer eine Herausforderung, man muss sich das immer ganz genau anschauen“, sagt Johann Ofner aus Markersdorf. Vorhandener Platz, Alter der Anlage, ob die Heizung mit Radiatoren oder mit Fußbodenheizung läuft, das alles sei mit zu berücksichtigen, so der Unternehmer, „und dazu auch noch die finanziellen Möglichkeiten“.

Bei Neubauten sei eine Ölheizung überhaupt kein Thema mehr, stellt Johann Ofner klar, „seit nahezu vier Jahren wurde fast keine neue Heizung, die mit Öl betrieben wird, installiert.“

Auch in der Stadtgemeinde Neulengbach sind Ölheizungen längst kein Thema mehr: „Wir haben die Gemeindewohnungen schon vor einigen Jahren umgestellt. Wir sind damals zu dem Schluss gekommen, dass das Heizen mit Öl keinen Sinn macht und haben deshalb auf Fernwärme umgestellt“, berichtet Liegenschaftsstadtrat Josef Fischer. Bei den öffentlichen Einrichtungen wird nur mehr der Kindergarten Raipoltenbach mit Heizöl warm gehalten. „Solange die Ölheizung funktioniert, bleibt sie, dann werden wir uns etwas anderes überlegen“, sagt Josef Fischer.

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