Offensive für die Neulengbacher Altstadt. Neuer Vorstoß sorgt für Debatten. Alois Heiss will daraus kein Wahlkampfthema machen.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 24. April 2019 (03:49)
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Die Entwicklung der Stadt bleibt ein Thema.

Der Gemeinderat sollte ein Anbot einer Wiener Agentur zu einer Altstadtoffensive beschließen. Kostenpunkt: 15.000 Euro.

Die SP-Fraktion hatte schon im Vorfeld Bedenken geäußert, daraufhin wurde der Punkt von der Tagesordnung der März-Sitzung genommen. Vergangene Woche waren alle Fraktionen und die Aktive Wirtschaft zu einem Gespräch eingeladen. Und da soll – so hört man – durchaus heftig diskutiert worden sein.

„Ich will nicht wieder irgendwelche Papierln erzeugen lassen.“ Josef Fischer

Was hat es mit der Altstadtoffensive auf sich? Vizebürgermeister Alois Heiss, zuständig für Stadtentwicklung, will noch keine Details verraten, nur so viel: „Der Ansatz geht über die Liegenschaften. Es geht um die Schaffung von attraktiven Verkaufsflächen.“ Dem VP-Politiker ist wichtig, dass alle Fraktionen die Altstadtoffensive mittragen. „Ich will das nicht durchdrücken, dann hat es keine Chance. Aber ich bin überzeugt, dass ich die Zustimmung von allen bekomme. Man muss das einfach ausdiskutieren.“ Die 15.000 Euro wären jedenfalls gut investiert, ist Heiss überzeugt.

Die SP-Fraktion steht wie berichtet dem Projekt skeptisch gegenüber. Stadtrat Josef Fischer betont, dass seine Partei natürlich auch für die Belebung des Ortskerns ist. „Aber ich will nicht wieder irgendwelche Papierln erzeugen lassen, die in der Schublade landen.“ Fischer verweist darauf, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren viel Geld für Studien ausgegeben hat. „Auch bei der Stadterneuerung ist es um das Thema Belebung und Leerflächenmanagement gegangen. Das hat auch Geld gekostet.“ Dass man jetzt kurz vor der Gemeinderatswahl einen weiteren Anlauf unternimmt, sieht Fischer kritisch. „Ich will nicht, dass vor der Wahl Hoffnungen geschürt werden, dass mit Steuergeldern private Liegenschaften hergerichtet werden oder dass die Gemeinde Liegenschaften anmietet.“ Die Gemeinde könne Vermittler sein, Wissen und Infrastruktur zur Verfügung stellen: „Alles andere muss von den Privaten kommen.“

Vizebürgermeister Alois Heiss schließt aus, dass die Gemeinde Liegenschaften kauft: „Ich sehe mich in der Verantwortung, das Zentrum zu stärken. Es geht um die Frage, was wir politisch tun können.“ Heiss will verhindern, dass das Thema jetzt zu einem Wahlkampfschlager abgleitet. Man müsse einfach über die weitere Entwicklung der Stadt nachdenken.

Als Nächstes soll ein Termin mit der Agentur anberaumt werden. „Wir werden weiter diskutieren. Und wenn die Wahl ein Problem ist, dann machen wir nach der Wahl weiter.“