Eichgraben

Erstellt am 03. Januar 2019, 04:00

von Andrea Stoiser

Blick zurück: Mit Skiern im Wienerwald. Wintersport war bis in die 70er- Jahre attraktiv. Sonderschau gibt Einblick.

Skifahren Symbolbild  |  Symbolbild

Mit einer Sonderausstellung startet der Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Eichgraben ins Jahr 2019. Der Titel lautet „Wien(t)erwald“ im Wienerwald“, die Eröffnung findet am Samstag, 12. Jänner um 17 Uhr im Wienerwaldmuseum statt.

„Heute ist es fast nicht mehr zu glauben, aber bis hinein in die 1970er-Jahre war der Wienerwald ein echtes Wintersportgebiet. So beliebt, dass es mit dem Wiental-Ski sogar eine eigene Skiproduktion gab“, erzählt Lokalhistoriker Dieter Halama, der die Ausstellung über die Vergangenheit des Wintersportes im Wienerwald organisiert.

„Heute ist es fast nicht mehr zu glauben, aber bis hinein in die 1970er-Jahre war der Wienerwald ein echtes Wintersportgebiet.“ Lokalhistoriker Dieter Halama

„Tausende Ski haben wir in über 30 Jahren hergestellt“, erinnert sich Alexander Haas, der mit seinem Vater bis in die 1960er-Jahre hinein Ski produzierte. In der Werkstatt in Pressbaum stehen noch alle Maschinen, bis auf die große 30 Tonnen schwere Presse, mit der die Hölzer verleimt wurden. Die ersten Skier waren einfache Eschenholzbretter ohne Stahlkanten. Nach dem Ankauf einer Skipresse wurden Schichtenskier aus Hikoryholz und Stahlkanten produziert. Jährlich wurden 600 Paar hergestellt und mit Zubehör verkauft. 1962 musste der Betrieb eingestellt werden, weil das Familienunternehmen nicht mit der Serienfabrikation mithalten konnte.

Besonders beliebt zum Skifahren waren der Pfalzberg und der Troppberg. „Sie gehörten zu den schönsten Skigebieten“, weiß Dieter Halama. In der Region gab es auch zwei Sprungschanzen. „Eine am Bihaberg und eine in Kronstein“, weiß Halama.

Für die Wiener war der Wienerwald ein ideales Skigebiet: „Er ist mit dem Zug sehr leicht zu erreichen. Das hat viele Wiener angezogen“, erklärt Halama. Früher gab es natürlich noch keine Skilifte. „Die Wintersportler haben eher Skitouren gemacht und sind gewandert anstatt die Pisten hinunterzufahren“, so Halama über den Wintersport vor 50 Jahren. Die Bevölkerung war mit Skiern und Rodeln auf der Hauptstraße unterwegs. „Früher wurde der Schnee nicht beseitigt oder Salz gestreut. Der Schnee ging erst wieder weg, als es wärmer wurde“, so Halama.

Die Sonderausstellung ist bis zum 7. April geöffnet. Für die Schau wird noch alte Skibekleidung gesucht. Wer diese dem Museum leihweise auf Dauer der Ausstellung zur Verfügung stellen möchte, kann sich im Museum melden.