Samariter plagen enorme Finanznöte. Finanznöte plagen nach wie vor den Samariterbund in Eichgraben. Trotz großer Unterstützung der Gemeinde und der Bevölkerung ist das Geld knapp.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 30. Juli 2019 (04:34)
Stoiser
Mit vereinten Kräften konnte heuer ein neues Fahrzeug angeschafft werden.

Die Rettungsstelle in Eichgraben hat seit dem Frühjahr eine neue Obfrau: Susanne Minarik-Gruber löste Philipp Schmid in dieser schwierigen Position ab ). Nichts geändert hat sich jedoch an den wirtschaftlichen Problemen der Rettung.

„Obwohl schon Philipp sparsamst gewirtschaftet hat, haben mein Team und ich nochmals den ganzen Betriebsablauf nach Einsparungsmöglichkeiten durchforstet“, berichtet die Obfrau und fügt mit sorgenvollem Gesicht hinzu: „Wir müssen uns schon bei jedem Unfall überlegen, ob wir uns das Verbandsmaterial noch leisten können, denn auch das wird von der Krankenkasse nicht ersetzt.“

Die strukturellen Probleme, die schon mit der Studie der Wirtschaftsuni im Vorjahr aufgezeigt wurden, würden eine wirtschaftliche Führung des Rettungsstützpunkts verhindern, erläutert Alfred Rosner, Obmann des Fördervereins.

„Nicht nur die Krankenkassen, auch die Politiker kennen die Probleme genau, dennoch wurde bisher keine der in Aussicht gestellten Änderungen umgesetzt“, setzt Rosner fort: „Nach wie vor betreuen wir die umliegenden Orte ohne adäquate finanzielle Entschädigung durch die zuständigen Gemeinden.“

„Wir müssen uns schon bei jedem Unfall überlegen, ob wir uns das Verbandsmaterial noch leisten können, denn auch das wird von der Krankenkasse nicht ersetzt.“ Susanne Minarik-Gruber

Besonders ärgerlich findet der Obmann des Fördervereins die Zahlungen an die Landesleitstelle der Rettungen, eine GesmbH mehrheitlich in Landeseigentum. „Unsere Rettung erhielt in den letzten Jahren jährlich 40.000 Euro von der Gemeinde Eichgraben zusätzlich zu den gesetzlichen Zahlungen, um dringend notwendige neue Autos überhaupt finanzieren und damit den Betrieb aufrecht erhalten zu können.“ Gleichzeitig zahle unsere Rettung jährlich über 30.000 Euro an die Landesleitstelle: „6,60 Euro je Einsatz, auch für Krankentransporte aus den Nachbargemeinden, die ohnehin nicht abgegolten werden. Hier wird Geld, das wir nie verdienen können, im Kreis geschickt“, ärgert sich die Obfrau der Rettung Susanne Minarik-Gruber.

Ein weiteres Problem: Obwohl die Bevölkerung in Eichgraben ständig wächst, wird es immer schwieriger, Freiwillige für den Rettungsdienst zu finden. Da gleichzeitig auch die Zivildiener weniger werden, muss die Lücke durch festangestellte Sanitäter geschlossen werden.

Ständig wachsende Bevölkerung als Problem

In Summe ergäbe sich die absurde Situation, dass ein hochmodernes Rettungswesen nach landesgesetzlichen Vorgaben durch freiwillige Helfer und Spenden der Bevölkerung finanziert werden soll, so die Kritik: „Dass dies ohne strukturelle Reformen dauerhaft nicht funktionieren kann, wurde durch die Analyse der Wirtschaftsuni überdeutlich bestätigt“, fasst der Obmann des Fördervereins zusammen.

Und er merkt an: „Da bleiben auch die 10.000 Euro, die wir Dank unserer Mitglieder und Förderer jährlich unserer Rettung überweisen können, nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Auch zum zuletzt angeschafften Einsatzfahrzeug konnte der Förderverein „Unsere Rettung“ 10.000 beisteuern.