Schlägerung sorgt für Aufregung: Äste fielen auf Straße. Diese sollen aber für mehr Sicherheit sorgen.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 13. Februar 2019 (04:24)
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„Der Uferbewuchs des Anzbaches im Bereich der Wienerstraße gegenüber der Christbaumkultur wurde radikal entfernt“, berichtet Josef Maralik vom Verein Umweltschutz Eichgraben. Viele Bürger seien verärgert.

Zum Beispiel Lisbeth Engelmann: „Unser Eichgraben wird immer weniger zu dem, was es eigentlich ausmacht: ein naturnaher Ort, an dem man sich wohlfühlen kann, da Möglichkeiten für die Natur, besonders auch für andernorts bereits bedrohte Vögel und Reptilien, vorhanden waren. Seit längerem werden Bereiche, die zwar nicht geschützt, aber geschont wurden, unbedacht zerstört.“

Die Bachufer, die in den vergangenen Jahren von bruchgefährdetem Bewuchs gesäubert wurden, hätten sich soweit erholt und würden wieder Schutz bieten für Tiere und Pflanzen, die Schatten benötigen. Engelmann meint, dass den meisten Menschen klar sei, dass man auf veränderte Klimabedingungen reagieren müsse, um Gefahren wie Starkregen, Überschwemmungen oder Stürmen mit Vorkehrungen zu begegnen, die die Bewohner schützen. „Was uns völlig unverständlich ist, dass man gesunde uralte Bäume, die in den Uferbereichen stehen, im Zuge der Verklausungsprävention fällt, nur weil man schon dabei ist, markierte Bäume, die eine Gefährdung darstellen, zu entnehmen“, macht sie ihrem Ärger Luft.

Baumfällungen finden in Kooperation statt

Die Baumfällungen, die zurzeit neben der Wiener Straße stattfinden, werden in Kooperation zwischen Wasserverband Große Tulln, Gemeinde Eichgraben und Straßenverwaltung durchgeführt. Bürgermeister Martin Michalitsch wird oft gefragt, warum derzeit so viele Bäume gefällt werden. Er erklärt dazu im Newsletter: „Generell sind wir dazu verpflichtet, den Baumbestand laufend zu überprüfen und Maßnahmen für die Sicherheit aller zu setzen. Die Überprüfungen und Handlungsempfehlungen werden von Experten der Bundesforste durchgeführt. Umwelteinflüsse wie der Borkenkäfer oder das Eschensterben erhöhen natürlich die Zahl der zu fällenden Bäume.“

Auch der Obmann des Wasserverbandes, Karl Gfatter, betont, dass die Arbeiten in der Wiener Straße im Sinne der Verkehrssicherheit durchgeführt werden. Er verweist darauf, dass in diesem Bereich vor einiger Zeit ein großer Ast auf die Landesstraße gefallen ist, wobei zum Glück niemand verletzt wurde. „Bei den gefällten Bäumen handelt es sich um sogenanntes Wasserholz, das eine Lebensdauer von rund 50 Jahren hat. Das heißt, die meisten Bäume haben die Lebensdauer erreicht, was wir beim umschneiden auch deutlich gesehen haben. Ein Teil der Bäume war bereits innen kaputt“, so Gfatter.

„Bei den gefällten Bäumen handelt es sich um sogenanntes Wasserholz, das eine Lebensdauer von rund 50 Jahren hat“ Karl Gfatter

Entlang der B44 wurden zuerst Eschen entfernt. Michalitsch: „Da hohe Bäume im Böschungsbereich gefährlich sein können, werden diese nun gefällt und der Bestand wird verjüngt. Diese Verjüngung ist wichtig, damit ein gutes Wurzelbett die Böschung stabilisiert.“

Laut Karl Gfatter fördert die Abholzung des gesamten Bereiches den Jungaufwuchs: „Für eine gesunde Aufrichtung der Bäume ist es besser, wenn der gesamte Bereich gemeinsam wieder aufwachsen kann.“

Im Zuge der Arbeiten werden noch ein paar einzelne dürre Bäume im Bereich des Fuhrwerkerhauses gefällt. Auch entlang der Gemeindestraßen werden in den nächsten Wochen noch einige Maßnahmen gesetzt.