Ex-Ministerin Kdolsky: „So muss Slow Food sein!“. Frühere Politikerin war zum ersten Mal im Eichgrabener Lädchen.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 04. August 2019 (03:35)
privat
Andrea Kdolsky beim Besuch bei Claudia Führer im „Lädchen“.

„Ich bin selten in meinem Leben so glücklich und unbelastet aus einem Geschäft gegangen. Und das nicht nur wegen des Salzkaramells, sondern weil ich gewusst habe, dass Tier und Natur wertschätzend behandelt wurden und werden“, schwärmt die ehemalige Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky nach ihrem ersten Besuch im Eichgrabener Lädchen.

Andrea Kdolsky, die seit 2015 in Purkersdorf lebt, und Claudia Führer, die Vereinsobfrau des Mensch-Tier-Balance-Lädchens“ haben sich über Facebook kennengelernt, wo sich beide im Tierschutz engagieren. Als Kdolsky kürzlich feststellte, dass sie zu wenig Marillen zu Hause hat, machte sie via Facebook einen Rundruf, wo sie auf die Schnelle Marillen bekommt. Claudia Führer meldete sich sofort und stellte für Kdolsky Marillen beiseite. Die Purkersdorferin kam nach Eichgraben und zeigte sich begeistert vom Angebot im Lädchen: „Ich habe einen wundervollen Nachmittag in Eichgraben erlebt. So muss slow food!“

„Die Politik geht mir nicht ab, sondern ich freue mich auf neue spannende Projekte.“ Ex-Ministerin Andrea Kdolsky

Andrea Kdolsky ist mit Tieren aufgewachsen und hat sich schon als Jugendliche in Projekten des Tierschutzes engagiert. „Das mir 2007 anvertraute Ministerium umfasste auch den Tierschutz und ich konnte viele NGOs, Projekte und Tierschützer kennenlernen, aber auch die Herausforderungen, die durch Interessenskonflikte entstehen“, erzählt die Ex-Politikerin.

Andrea Kdolsky setzt sich gegen Tierleid ein. Sie weiß aber, dass sie nicht die Welt retten kann und hat daher beschlossen, einzelne Themen aufzugreifen und diese publik zu machen. Gerade das wertschätzende Verhalten gegenüber Nutztieren ist ihr ein Anliegen, und da schließt sich der Kreis zum MTB-Lädchen. „Fleisch, Geflügel, Fisch aus freier, artgerechter Haltung, ohne Angst und Transportqualen, ohne Antibiotika und Mastfutteraufzucht ist für mich das Ziel und das wird hier durch die Lieferanten gewährleistet. Ja, es ist vielleicht ein paar Euro teurer, aber da sage ich als Medizinerin, dass das jederzeit leistbar ist, wenn man nicht täglich Fleisch isst.“

Andrea Kdolsky ist ausgebildete Ärztin (Anästhesie und Intensivmedizin), hat viele Jahre an der Universitätsklinik im AKH Wien gearbeitet. In der Funktion als Krankenhausmanagerin hat sie das Projekt NÖ Landesklinikenholding von Anfang an mitbegleitet und dann auch als CEO geführt.

„Daher war es für mich nach meinem Ausflug in die Spitzenpolitik klar, dass ich in einer Managementfunktion im Gesundheitsbereich arbeiten möchte.“ Sie hat in einer internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Consultingfirma den Healthcare Bereich aufgebaut. 2015 hat sie sich als Unternehmensberaterin im Gesundheitsbereich selbstständig gemacht und betreut zumeist große Projekte im Ausland. Die Politik gehe ihr nicht ab.