Biber bauen am Dambach. Die kleinen Nager bauen „Staumauern“, das Wasser überschwemmt angrenzende Felder und Wiesen. Auch ihre Höhlenbauten bringen Gefahren mit sich.

Von Christine Hell. Erstellt am 19. Februar 2019 (04:33)
Christine Hell
Bereits ein kleiner See hat sich durch den Biberdamm gebildet, die angrenzende Wiese kann an diesen Stellen nicht mehr bewirtschaftet werden. Für Landwirt Thomas Tober wird diese Entwicklung zum Problem.

„Bereits im Dezember war Karl Gfatter mit einem Biber-Beauftragten da und hat sich die Biberdämme und die vielen Absenkungen entlang des Baches angesehen. Sie haben gesagt, da gehört dringend etwas gemacht, aber bis jetzt ist nichts weiter geschehen“, sagt Thomas Tober, der Grünland und Äcker entlang des Dambaches bearbeitet. „Ich bin von den Tieren beeindruckt, sie arbeiten phänomenal“, sagt der Landwirt.

Das Problem: Die Biberbauten können zum Einsinken von Traktoren und Maschinen führen. „Im schlimmsten Fall kann man mit einem kleineren Traktor sogar umschmeißen.“

 

NOEN
Etwa 350 Meter bachaufwärts ist ein weiterer „Biberstause“ entstanden.

Von oben sind im Laufe des üblicherweise nur 30 Zentimeter breiten Baches laufend Absenkungen zu sehen, man wisse aber nicht, wo große Biberbauten darunter sind, die unter Belastung plötzlich einstürzen, so der Landwirt. Das aufgestaute Wasser überschwemmt mittlerweile schon Teile der Wiese und auch das ist ein Problem: „Ich muss diese Flächen ausmessen und der Agrarmarkt Austria als nicht bewirtschaftete Flächen melden, sonst bekomme ich Probleme“, sagt Tober.

„Das ist keine einfache Sache“, sagt dazu der Obmann des Wasserverbands Große Tulln, Karl Gfatter, aber er werde unverzüglich eine Meldung dazu an die Naturschutzbehörde des Landes Niederösterreich veranlassen – mit einem Antrag um Überprüfung dieser Sache beziehungsweise dieses Problems.

„Entweder die Bezirksbehörde selbst oder das Land Niederösterreich wird in der Folge einen Sachverständigen zum Grundstück in Schönfeld entsenden, der sich jetzt von der aktuellen Lage selbst ein Bild machen muss“, sagt Gfatter.