Region Wienerwald: Keine Sorge um stärkere Kontrollen. Nicht jeder Gast akzeptiert 3G-Regel. Bei Kontrolle sind Gastwirte aber streng. Prüfung durch Polizei ist kein Problem.

Von Christine Hell, Ernst Klement, Andrea Stoiser und Kristina Veraszto. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:00)
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Stammgast Gerhard Bointner kehrt gerne im St. Christophener Gasthaus von Bianka Lazelberger ein.
Christine Hell, Christine Hell

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante gab es für die Gastro keine Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Die Registrierungspflicht ist geblieben. Noch dazu kündigte die Regierung schärfere Kontrollen an. Die Polizei kann jetzt bei Nichteinhaltung der 3G-Regel Organmandate ausstellen. Beunruhigt sind die Wirte deshalb nicht, wie ein NÖN-Rundruf zeigt. Die Freude wieder Gäste empfangen zu können – auch für Veranstaltungen – überwiegt.

„Wir haben Feiern noch und nöcher“, stellt Bianka Lazelberger fest. Die engagierte Wirtin in St. Christophen möchte alle bereits reservierten Feste durchziehen, bevor neue Maßnahmen kommen: „Bis jetzt gibt es keine einzige Absage und wir sind bis in den September hinein sehr gut gebucht.“

„Sind froh, dass die Maskenpflicht gelockert wurde.“ Philipp Wimmer-Joannidis

Dass so manches Feuerwehrfest wegen Corona nicht stattfindet und die Gäste deshalb zu ihr kommen, merkt die Wirtin aber nicht: „Das sind zwei ganz verschiedene Angebote.“ Die Gäste werden im Hause Lazelberger direkt am Tisch um Bestätigungen und um Einblick in die Impfpässe gebeten. „Und sollte einmal ein Gast keine Bestätigung über die 3G dabei haben, machen wir den Selbsttest vor Ort“, erklärt die St. Christophener Wirtin. Anders als andere Kollegen in der Branche hat Lazelberger auch genügend Personal: „Wir haben uns mit Kurzarbeit über die schwierige Zeit gebracht und konnten dadurch alle unsere Mitarbeiter halten.“ Mögliche Polizeikontrollen beunruhigen die Gastronomin nicht: „Wir haben die Polizei in unserem Haus immer wieder zu Gast. Die Beamten sehen sowieso, dass wir sehr vorsichtig sind“, so Lazelberger, „und wenn die Polizei tatsächlich für die Prüfung herangezogen wird, ist es für uns auch gar kein Problem.“

Der Asperhofener Gastronom Gerhard Pree richtet derzeit wieder verstärkt Hochzeiten und Caterings aus. Jedoch merkt er schon: „Es ist nicht wie vorher.“ Durch die 3G-Regel bleiben auch spontane Gäste aus, so der Wirt. Nachweise werden dennoch streng kontrolliert. „Obwohl ich dagegen bin, nehme ich es sehr ernst“, erklärt Pree. Deshalb wären auch verstärkte Polizeikontrollen kein Problem.

In Altlengbach hofft Müslüm Karabulut, Chef der Pizzeria „Al Pacino“, dass endlich wieder Normalität einkehrt. „Wir kämpfen um jeden Gast und mit der 3G-Regel kommen wir im Juli gut über die Runden. Alle meine Mitarbeiter sind bereits geimpft, auch viele meiner Gäste. Ich setze auf den Appell zur Vernunft, sich impfen zu lassen. Dies würde alles erleichtern und die Gastronomie vor dem nächsten Lockdown bewahren.“

„Wir kämpfen um jeden Gast und mit der 3G-Regel kommen wir im Juli gut über die Runden."

Philipp Wimmer-Joannidis vom Eichgrabener Mo‘s hat sowieso mit keinen Lockerungen gerechnet. „Wir sind schon froh, dass die Maskenpflicht gelockert wurde. Was die Veranstaltungen betrifft, haben wir uns schon im Vorfeld entschieden, heuer weniger zu machen, da es nicht absehbar war, was erlaubt sein wird.“ Die Kundenfrequenz sei je nach Tageszeit und Wochentag sehr unterschiedlich. „Fix ist, viele Gäste von früher, gerade im Mittagsgeschäft, kommen nicht wieder“, so Wimmer-Joannidis. Über zu wenig Personal könne der Gastronom ebenfalls nicht klagen: „Unsere Mitarbeiter sind uns sehr wichtig, daher haben wir alles versucht sie zu halten und das ist uns gelungen. Daher haben wir im Moment Gott sei Dank keine Probleme.“

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Pizzeriachef Müslüm Karabulut und sein Mitarbeiter Okan Karabulut überprüfen die 3G-Regel bei ihren Gästen und hoffen auf Normalität.
Klement, Klement

Mehr Kontrollen durch die Polizei würde Wimmer-Joannidis begrüßen: „Mit 95 Prozent der Gäste ist es kein Problem und unsere Gäste machen dabei auch sehr gut mit. Einige wenige wollen es diskutieren. Und aktuell werden es immer mehr, die glauben sie brauchen keinen Nachweis, weil sie in viele andere Lokale auch ohne rein können und sind dann enttäuscht, wenn wir sie nicht reinlassen“, erzählt der Gastronom. Mit aller Kraft verhindern müsse man weitere Schließungen, gerade in Hinblick auf den Herbst: „ Das würde dem Großteil der Wirtschaft und der Gastro speziell den Kopf kosten.“

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