Jede Menge Regen: Ernte beschwerlich. Durch andauernde Niederschläge trockneten die Felder nie ab. Das erschwerte die Mahd und das Einbringen der Feldfrüchte.

Von Renate Hinterndorfer und Nadja Straubinger. Erstellt am 06. Oktober 2014 (15:35)
Auch in der Region Wienerwald wie hier in Außermanzing haben die Landwirte derzeit viel zu tun. Die Ernte gestaltet sich aufgrund der hohen Feuchtigkeit allerdings schwierig.
NOEN, Hell

Mit einer schwierigen Situation sind die Landwirte derzeit konfrontiert. Das Wetter im heurigen Jahr und die internationale politische Entwicklung wirken sich aus.

Die Ernte gestaltet sich nicht einfach: „Wir haben seit Wochen feuchte Verhältnisse, die Bodenbeschaffenheit auf Feldern und Wiesen ist sehr weich, beim Grünland gibt es große Ernteverzögerungen“, berichtet Michael Göschelbauer, Neulengbacher Bezirksbauernbund-Chef. Auch die Silomaisernte sei geprägt von weichen Böden: „Das ist leider nicht optimal.“ Die Bauern hoffen jetzt auf stabiles Wetter, damit in den nächsten Wochen die Ernte von Mais, Rüben und Soja über die Bühne gehen kann.

Auch Bezirksbauernkammer-Obmann Anton Hieger erklärt, dass die Erntebedingungen heuer erschwert sind: „Der Gesamtjahresniederschlag ist im Rahmen, aber in letzter Zeit ist es zuviel des Guten.“ Die Felder können nicht abtrocknen und so könne es durch die eingesetzten schweren Geräte zu Bodenverdichtungen kommen. Die Ernten von Getreide und Zuckerrüben seien heuer mengenmäßig sehr gut. Die Kartoffelernte ist noch in vollem Gang.

„Von den Bauern wird viel abverlangt. Aber man darf den Kopf nicht in den Sand stecken.“
Michael Göschelbauer, Bauernbund-Bezirksobmann Teilbezirk Neulengbach

Die Qualität der Produkte ist laut Michael Göschelbauer zufriedenstellend. Einbußen seien aber leider trotzdem zu erwarten: „Momentan gibt es genug Rohstoffe am Markt und der Preisdruck ist groß.“ Die Probleme mit Russland wirken sich aus, die Ungewissheit ist groß: „Wir werden sehen, wie sich das in den nächsten Monaten gestaltet“, so Göschelbauer. Wichtig sei, dass bald neue Märkte erschlossen werden: „Unsere Vermarktungsorganisationen arbeiten auf Hochtouren, der Druck ist groß“, so Göschelbauer.

Es sei wichtig, dass es eine stabile Marktlage und stabile Preise gibt, damit die Landwirte Investitionssicherheit haben: „Wenn Bauern investieren wollen, geht es um große Summen, da braucht man Sicherheit, alles andere hat keinen Sinn.“ Das heurige Jahr sei auf jeden Fall ein schwieriges für die Bauern: „Aber man darf den Kopf nicht in den Sand stecken, man muss schauen, was sich entwickelt“, so Göschelbauer.