„Riesending“ im Dorfanger: Info-Event zu geplantem Volksschul-Zubau

Erstellt am 01. Juli 2022 | 04:03
Lesezeit: 3 Min
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So sieht derzeit der Plan für den Zubau aus. Die Zugangssituation zur Schule wird verändert. Über das neue Gebäude wird man künftig in die alte Schule kommen. Außerdem soll es einen Lift geben, der bis in den dritten Stock führt.
Foto: Plan: aichberger architektur ZT
Bedenken konnten beim Infonachmittag vorgebracht werden. Plan für den Zubau der Schule ist aber großteils fix.

Für einen gesamten Nachmittag war die Informationsveranstaltung zum geplanten Zubau der Volksschule angesetzt. Zirka 80 Teilnehmer waren mit dabei. Wie berichtet kam dieser Termin zustande, weil sich eine Bürgerinitiative gegründet hatte, der es um das Ortsbild sowie die fehlende Transparenz ging:

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass die Veranstaltung sehr positiv war. Die Architekten erklärten den derzeit aktuellen Plan zum Zubau. Bedenken und Argumente wurden diskutiert.

„Es ist begrüßenswert, dass einmal transparent über das Projekt gesprochen wurde, weniger gut ist allerdings die fehlende Flexibilität. Denn scheinbar wird am bestehenden Plan kaum etwas geändert werden“, sagt Julia Gösswein, die die Bürgerinitiative ins Leben gerufen hat. Da viele Bürger das Thema bewegt, hätte sich Gösswein gewünscht, dass mehrere Varianten präsentiert werden. „Meiner Meinung nach gibt es immer mehr Lösungen als eine“, ist sie überzeugt.

Die Bürgerinitiative wird sich deshalb auflösen, weil „ohnehin nix mehr geht“, so Gösswein. Sie denkt aber schon, mit ihrer Aktion etwas bewegt zu haben. „Vor allem beim Thema Transparenz. Ich hoffe, das wird auch so beibehalten“, meint Gösswein.

Für sie hätte beispielsweise auch ein kompletter Neubau an einem anderen Standort Sinn gemacht. Auch Schlossbesitzer Herbert Berger könnte einem Neubau viel abgewinnen: „Die Umbauarbeiten bei der bestehenden Schule sind kaum kalkulierbar, einen Neubau kann man klar planen.“ Seiner Meinung nach sollte die präsentierte Lösung noch einmal überdacht und alle Fakten abgewartet werden, „bevor man so ein Riesending ins alte Ortsbild stellt. Der Zubau ist schließlich wesentlich größer als der Altbau.“

Im Herbst wird Projekt im Gemeinderat behandelt

Standort und Größe sind nicht zu ändern, sagt ÖVP-Bürgermeister Josef Friedl. Man habe gesetzliche Vorgaben, an die man sich halten müsse. „Das Grundkonzept steht. Das Gebäude wird nicht zu hoch und der Dorfanger nicht angerührt“, so der Bürgermeister, der darauf hinweist, für die Kinder das Beste möglich machen zu wollen. „Die Planung ist allerdings noch nicht ganz fertig“, sagt Friedl. Über das Projekt soll im Herbst im Gemeinderat abgestimmt werden, die Arbeitsgruppe wird bis dahin weiterhin aktiv sein.

Derzeit liegt man bei Kosten um die 3,4 Millionen Euro, ohne Mehrwertsteuer. Einige Punkte, darunter die Parkplätze oder Begrünung können überdacht werden.

„Ein Neubau wäre für das Ortsbild mit Sicherheit die bessere Lösung gewesen. Da die Zeichen seitens der Gemeinde auf Zubau stehen, geht es für uns jetzt darum, die ortsbildschonendste Lösung zu finden“, sagt Marcel Chahrour, Sprecher vom Verein der Freunde Totzenbach. Er hofft, dass der Verein genauso wie Feuerwehr, Pfarre und natürlich die Dorfbevölkerung in nächste Projektschritte stark eingebunden wird, was auch zugesagt wurde. „Es geht ja auch um die weitere Entwicklung des Ortskerns, beispielsweise um die Zukunft des Gemeinschaftshauses“, so Chahrour.