Pioniere bleiben auf der Strecke. Wolfgang Wallner über die Schattenseite des Profitraums bei den Frauen.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 03. Januar 2019 (02:50)

Die österreichische Frauenfußballszene hat mit jener vor zwei Jahrzehnten nichts mehr zu tun. Viel hat sich (zum Positiven) verändert. Dennoch steckt der vergleichsweise junge Sport in rot-weiß-roten Landen nach wie vor in den Kinderschuhen. Pioniere wie der SV Neulengbach konnten trotz erfreulicher EM-Auftritte des Nationalteams wenig Sogwirkung entwickeln. Und wenn nun über die Professionalisierung der Bundesliga diskutiert wird, dürften letztlich die Wegbereiter auf der Strecke bleiben. Wenn‘s Austria, Sturm und vielleicht mal Rapid und Salzburg ernst meinen, wird‘s ganz hart für Neulengbach & Co.

Dass es gelungen ist, Bewerbssponsoren für die Bundesliga und den Cup zu gewinnen, ist angesichts des Status Quo mehr als bemerkenswert. Oder anders gesagt: Der zweite Schritt vor dem ersten.

Finanziell und personell sind die meisten Bundesligaklubs heute schlechter aufgestellt als ein durchschnittlicher (Männer-)Verein in der 1. Klasse. Auf dieser Basis über „Profibedingungen“ nachzudenken, erscheint gewagt. Vor allem, da das Gros der Spielerinnen aus Spaß an der Freud‘ oder allenfalls für ein bisschen Spritgeld viel Herzblut investiert. Das Nationalteam als Flagschiff steht im Fokus, die Basisarbeit bei den Klubs schon weniger. Der Aderlass an der Spitze geht einher mit Stagnation in der Breite. Da gilt‘s den Hebel anzusetzen, ehe anderweitig geträumt wird …