Die Talente als „Bürde“. Über die Zwickmühle von Neulengbachs Frauen.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 29. Oktober 2019 (01:47)

Sie sind nah dran. Aber nicht nah genug. Trotz Nina Burger, der wohl profiliertesten Persönlichkeit im heimischen Frauenfußball. Trotz zahlreicher Nachwuchsnationalspielerinnen. Neulengbachs Frauen scheinen auf Platz vier „einzementiert“.

Paradoxerweise sind die größten Hoffnungen auch die größte Bürde am Weg nach oben. Nämlich die Top-Talente aus dem Nationalen Frauenzentrum. Dort wird gut gearbeitet, das unterstreichen die Erfolge im Juniorenbereich wie zuletzt bei der U17 und der U19.

Der Fokus liegt auf einer Basis für eine internationale Karriere, auf einen starken „Output“ für‘s künftige A-Nationalteam. Auf der Strecke bleiben da bisweilen die Vereine, die einige ihrer besten Kickerinnen allenfalls beim Abschlusstraining zu Gesicht bekommen. Automatismen lassen sich da kaum einüben. Die Trainingssteuerung wird – da eben der Fokus im Zentrum wie im Klub komplett anders gesetzt ist – zum Glücksspiel. Es ist wohl kein Zufall, dass Doublesieger St. Pölten (bis auf Annabel Schasching) durchwegs auf fertige, gestandene Spielerinnen setzt – und diese Klippe gekonnt umschifft.

Neulengbach muss einen anderen Weg gehen. Jenen als Plattform für junge Spielerinnen. Inbegriffen ist dabei jede Menge „Lehrgeld“ auf Kosten von Top-Platzierungen.