Bahnhof sorgt für Unmut bei Anrainern in Eichgraben. Anrainer leiden darunter, dass es jetzt auch die ganze Nacht hindurch Ansagen gibt.

Von Andrea Stoiser und Renate Hinterndorfer. Erstellt am 18. Juni 2019 (04:13)
Stoiser
Die Durchsagen an der Bahnstation dienen der Sicherheit, Anrainer fühlen sich aber in der Nacht gestört.

In der Bahnstation wurden Lautsprechertests durchgeführt, und jetzt gibt es mehr Durchsagen, was zu Beschwerden von Anrainern geführt hat.

Sylvia und Günther Zobek wohnen seit Jahrzehnten direkt neben der Eichgrabener Haltestelle. „Ich bin mit der Bahn aufgewachsen und ich habe kein Problem mit der Lärmbelastung der Züge. Das gehört einfach zur Bahn dazu“, sagt Sylvia Zobek.

„Aber was sich die ÖBB jetzt einfallen hat lassen, ist einfach untragbar.“

Und weiter: „Aber was sich die ÖBB jetzt einfallen hat lassen, ist einfach untragbar.“ Seit etwa zwei Wochen werden alle Züge durchgesagt - Personenzüge, Güterzüge und Schnellzüge, sofern sie über die alte Westbahn umgeleitet werden. Dazu kommen insbesondere bei den Güterzügen Warnhinweise, wie man sich bei der Durchfahrt des Zuges zu verhalten hat. Die Durchsagen gehen die ganze Nacht durch, wobei die Güterzugbelastung in den Sommermonaten speziell in den Nachtstunden noch dazu wesentlich zunimmt. Dazu kommen noch die Durchsagen bei Zugsverspätungen, die ebenso an der Tagesordnung sind.

„Frau Lohner sagt bei einer Störung, wo früher das Problem genannt wurde, dass man sich im Internet erkundigen soll. Nicht sehr hilfreich, besonders für ältere Menschen“, ärgert sich Günther Zobek.

Er und seine Frau sind nicht die Einzigen, die sich über die neue Beschallungsform ärgern, auch andere Anrainer steigen auf die Barrikaden. Denn es wurden die Lautsprecher sogar ergänzt, um die gesamte Länge des Bahnsteiges beschallen zu können. An die Vizebürgermeisterin Elisabeth Götze wurden schon mehrere diesbezügliche Anfragen und Beschwerden herangetragen.

„Aufgrund von tragischen Vorfällen in der Vergangenheit haben wir reagiert und mehrere Maßnahmen beschlossen, um Unfälle auf Bahnsteigen, vor allem auch mit Kinderwägen künftig zu vermeiden"

Seitens der ÖBB wird diese Neuerung folgendermaßen argumentiert: „Aufgrund von tragischen Vorfällen in der Vergangenheit haben wir reagiert und mehrere Maßnahmen beschlossen, um Unfälle auf Bahnsteigen, vor allem auch mit Kinderwägen künftig zu vermeiden. Dazu gehören österreichweit bauliche und bewusstseinsbildende Maßnahmen, aber auch optische und akustische Sicherheitshinweise auf den Bahnsteigen, um auf durchfahrende Züge rechtzeitig aufmerksam zu machen“, erklärt Pressesprecher Christopher Seif auf Anfrage der NÖN.

Um die Lärmbelästigung in der Nacht gering zu halten werde die Lautstärke der Durchsagen in der Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr abgesenkt, hält Seif fest und betont: „Wir gehen davon aus, dass jede Maßnahme, die dabei hilft, tragischen Vorfälle in Zukunft zu vermeiden, im Interesse der Allgemeinheit liegt und danken für das Verständnis.“

Bürgermeister Martin Michalitsch berichtet, dass die ÖBB im Vorfeld der Änderungen nicht an die Gemeinde herangetreten ist. „Wir werden uns der Sache aber gerne annehmen“, so Michalitsch. Die Zobeks wären schon froh, wenn die Durchsagen zumindest in der Nacht etwas leiser wären oder einige Lautsprecher außer Betrieb genommen würden ...

Umfrage beendet

  • Sollen auf Bahnhöfen alle Züge durchgesagt werden?