Corona und der liebe Augustin. Neulengbacher gehen auf eine literarisch-musikalische Spurensuche.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. August 2020 (03:49)
Hannes Etzlstorfer, Brigitte Pointner, Ferdinand Klimka, Ursula Fischer und Udo Tschernuter sind bereit.
privat

„Oh du lieber Augustin – oh Corona!“ ist der Titel einer literarisch-musikalischen Spurensuche, die im Rahmen des Kultursommers im Gerichtshof über die Bühne geht.

„Durch menschlichen Fleiß/ Vorsichtigkeit und gute Ordnungen könne sie verhütet und abgewendet werden“ – was hier in der Infektionsordnung von 1680 als Strategie gegen die Pest empfohlen wird, hat auch heute hinsichtlich des Umgangs mit Corona Gültigkeit.

Dieser Grundidee folgt der für Sonntag, 16. August, anberaumte szenisch-musikalische Überraschungsabend, der auf einer Text-und Musikcollage des Neulengbacher Kunsthistorikers Hannes Etzlstorfer aufbaut. „Gelähmt schien jedes Leben, jede Kraft; Nur nach wie vor, wie stets und überall, Klang Kinderspiel und Kinderjubelruf“ – diese Zeile aus Detlev von Liliencrons „Die Pest“ (1893) erscheint beklemmend aktuell. Sein Gedicht bildet neben der Ballade vom lieben Augustin den dramaturgischen Faden der Inszenierung. Die Regie liegt in den bewährten Händen von Brigitte Pointner, die in kürzester Probenzeit Unmögliches möglich machen will – und von Weisenbläsern, Dudelsackpfeifern, einem Pestengel samt Soloquartett sowie mitlaufenden Ziegen im Gefolge des lieben Augustin alles aufbieten wird. Anna Furtmüller und Christa „Tschelsie“ Berger steuern Songs von Gershwin bis Ambros bei.

" Wie ging man damals in den Pestzeiten mit dem schwarzen Tod um?"

Thematischer Ausgangspunkt ist die Ballade vom lieben Augustin, die vom Überlebenswillen während der Pestepidemien der Barockzeit erzählt. „Solche schienen uns fern“, stellt Hannes Etzlstorfer fest: „Bis uns heuer Corona in Form einer weltweiten Pandemie erreichte. Wir nähern uns dem Thema historisch, musikalisch, literarisch und szenisch: Wie ging man damals in den Pestzeiten mit dem schwarzen Tod um? Welche Strategien wurden entwickelt, um sich zu schützen? Wie haben Literaten und Musiker darauf reagiert?“

Die Pandemie als größte Herausforderung unserer Zeit geht alle an. Aber: Was spendet damals wie heute Trost und Zuversicht? Was bringt uns heute wieder zum Lächeln? „Wir wollen mit diesem kurzweiligen Abend daran erinnern, dass jede Krise auch die Chance eines Neubeginns innehat. Und wir wollen beweisen, dass selbst schaurig-traurigen Situationen mit etwas Humor der Schrecken genommen werden kann“, betont der Kunsthistoriker.

Der improvisierte Abend ist voller Überraschungen und will ein kulturelles Lebenszeichen setzen im Sinne von Nestroys Überzeugung: „Kultur beginnt im Herzen jedes einzelnen.“