Brand-Laaben

Erstellt am 08. Januar 2019, 04:09

von Ernst Klement

Ära ging zu Ende: Hotel zur Post schließt seine Pforten. Bis ins 18. Jahrhundert reicht die Geschichte des Hauses zurück. Hotelier Oswald Steinberger macht aus den Gästezimmern jetzt Wohnungen.

Heidi Egger, Doris Kostelecky, Eveline Grabner, Margit Punz-Bouda, Birgit Klement und Ingrid Hochgerner feierten mit Oswald Steinberger beim Restltrinken seinen letzten Tag als Hotelier.  |  Klement

Was viele nicht für möglich hielten, wurde nun zur bitteren Realität: Nachdem der Laabnerhof vor fünf Jahren zugesperrt hat, ist seit 2. Jänner auch das Hotel zur Post Geschichte. Die einstige Touristen-Hochburg im Wienerwald hat nur mehr 20 Betten im Gasthaus Linde.

Mit dem Hotel zur Post wurde ein Vorzeigebetrieb mit einer ereignisreichen Geschichte geschlossen. 1740 befand sich auf der Stelle, wo jetzt das Hotel zur Post steht, eine Postkutschenstation, daher kommt auch der Name Hotel zur Post. 1949 baute Franz Steinberger das erste Gasthaus, 1970 baute sein Sohn den Speisesaal über den Laabenbach, den einzigen in Niederösterreich. 1975 fand der große Hotelzubau statt.

Rupert Weissenlehner, Profi-Fußballerin Maria Gstöttner, Cousine Agnes Lepschy, zukünftiger Hausmanager Oswald Steinberger, Danielle Sprengnagel, Jessica Eriksson und Julia Hubmayr beim Abschied.  |  NOEN

Jetzt ist das Hotel Geschichte. Dort, wo einst 60 Zimmer für Touristen und Seminaribesucher standen, entstehen 40 Wohnungen. 13 Wohnungen im hinteren Teil des Hotels sind bereits fertig und in Betrieb. Der bisherige Chef und nunmehrige Hausmanager Oswald Steinberger berichtet: „Ich war selbst überrascht, wie schnell die
13 Wohnungen vergeben waren. Es herrscht schon reger Betrieb. Die Nachfrage nach Wohnungen in Laaben ist vorhanden.“ Somit dürfte sein Konzept „Wohnungen statt Hotelzimmer“ voll aufgehen. Rund zwei Millionen Euro wird die Umstrukturierung kosten. Ende des Jahres sollen die restlichen
27 Wohnungen bezugsfertig sein. Was nicht so läuft wie geplant, ist die Vermietung des Restaurants mit 170 Sitzplätzen und 70 Plätzen im Gastgarten. Oswald Steinberger: „Es gab schon Anfragen, doch etwas Seriöses war noch nicht dabei.“

Erinnerugen an die Hotel-Ära

Zum Ende der Hotel-Ära kamen viele Freunde und Wegbegleiter in die „Post“ und erinnerten sich an die vielen Feiern und Bälle. Auf legendäre Ereignisse wurde zurückgeblickt. Vom SVN Neulengbach war Kapitänin Maria Gstöttner bei der Abschiedsfeier dabei, war doch das Hotel zur Post in der berühmten Ära der SVN Ladies in der Europa-Championsleague das Mannschaftshotel der Neulengbacherinnen. Alle Meisterschaftserfolge in der Bundesliga wurden im Hotel zur Post gefeiert.

Für die Gemeinde ist die Hotel-Schließung ein schwerer Schlag. Einst hatte der Ort mit den beiden Flaggschiffen Laabnerhof und Hotel zur Post 16.000 Übernachtungen pro Jahr. Auch 16 Arbeitsplätze gingen verloren.