"Sperrstund‘ is": Tourismus-Hochburg ist im freien Fall. Hotels und Gasthäuser sind in den vergangenen Jahren immer weniger geworden. Viele Arbeitsplätze gehen verloren.

Von Ernst Klement. Erstellt am 12. Februar 2019 (05:00)
Klement
Alois Matzinger will gegen das Wirtesterben kämpfen.

2004 war Laaben noch das Aushängeschild in der Region im Tourismus. 16.000 Nächtigungen wurden in den damaligen Paradebetrieben Laabnerhof, Gasthaus zur Linde und Hotel zur Post gezählt.

Dem damaligen Laabnerhof Chef Robert Geidel gelang es sogar, die ORF-Unterhaltungsshow „Wenn di Musi spielt“ mit Arnulf Prasch, Nik P., Andy Borg und Karel Gott nach Laaben zu holen. Eindrucksvolle Bilder von Laaben waren im Fernsehen zu sehen. 2005 waren noch die Staatsmeisterschaften in Mountainbike in Laaben, die Hotels waren bestens belegt. Niemand hätte damals gedacht, dass es einige Jahre später ganz anders ausschaut und die einstige Tourismus-Hochburg im freien Fall ist. 2008 sperrte der einstige Paradebetrieb, der Laabnerhof, zu.

Im Jahr 2018 konnte mit 8.730 Nächtigungen noch eine gute Bilanz gezogen werden, doch Ende des Jahres nun auch das Hotel zur Post geschlossen. Die beiden ehemaligen Hotels wurden und werden zu Wohnhäusern umgebaut, was natürlich für die Gemeinde enorme Auswirkungen hat. 30 Arbeitsplätze gehen verloren, wichtige Einnahmen aus dem Tourismus wie die Nächtigungsgebühren fehlen.

„Schrecklich, was aus der einstigen Tourismushochburg geworden ist"

Einzig im Landgasthof zur Linde stehen jetzt noch zehn Hotelbetten zur Verfügung. Linden-Chefin Gerti Geidel nimmt sich kein Blatt vor den Mund: „Schrecklich, was aus der einstigen Tourismushochburg geworden ist. Das Hotel zur Post geht uns allen sehr ab, ich vermisse es total, die Zusammenarbeit mit Hotelchef Oswald Steinberger hat immer bestens gepasst, wir waren dadurch flexibler, was die Unterbringung von Touristen betraf. Hat Oswald Steinberger zu viele Buchungen gehabt, brachte er die Gäste zu uns und umgekehrt. Das fehlt mir sehr.“

Doch auch viele Gasthäuser fielen dem Sparstift zum Opfer. Gasthaus zur Luft, Gasthaus Petzwinkler, Gasthaus Schneider, Gasthaus Lintner sind geschlossen.

Alois Matzinger rettete das Gasthaus Schmölz vor dem Zusperren. Der Polier einer Baumeisterei kaufte das Gasthaus, machte die Gastgewerbeprüfung nach und ist jetzt sowohl Polier als auch Gastwirt. „Es darf nicht sein, dass in der Gemeinde auch noch die Wirtshäuser zusperren“, wehrt er sich gegen das Wirtshaussterben. In den Semsterferien hatten in Laaben alle Gasthäuser geschlossen, nur Wirt Alois Matzinger hatte offen und veranstaltete am Freitag ein großes Preisschnapsen.