Weniger Alkolenker, mehr Gerichtsdelikte. Altlengbacher Polizei zieht Bilanz über 2018. Statistik zeigt mehr Sachschadenunfälle und Internet-Betrugsfälle.

Von Beate Riedl. Erstellt am 08. Februar 2019 (05:31)
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Der Altlengbacher Inspektionskommandant Alois Hayden ließ 2018 Revue passieren. „Gerichtsdelikte hatten wir mehr, Unfälle und Einbrüche gingen zurück.“

Schwere Unfälle blieben im Vorjahr im Rayon der Polizei Altlengbach glücklicherweise aus. In den Gemeinden Altlengbach, Neustift-Innermanzing, Brand-Laaben und Eichgraben gab es im Vorjahr 157 Unfälle mit Sachschaden (2017: 112).

„Den Großteil davon machten aber Park- und Wildschäden aus“, weiß Inspektionskommandant Alois Hayden. Unfall mit Todesopfer gab es keinen einzigen. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten ist gegenüber dem Vorjahr noch gesunken, schon 2017 waren es lediglich 21. „Ein Sachverständiger berichtete, dass man durch die Überwachung der Polizei nur maximal einen zehnprozentigen Einfluss darauf hat, ob ein Unfall passiert. Am meisten tragen bauliche Maßnahmen und Sicherheitsfeatures bei den Autos dazu bei“, berichtet der Polizist.

Um die Hälfte weniger Alkolenker als 2017 wurden von den Altlengbacher Beamten aus dem Verkehr gezogen: 2017 waren es 36, 2018 lediglich 18. Die Kontrollen seien aber annähernd die gleichen gewesen. Die Jungen würden sich nicht so sehr trauen, betrunken mit dem Auto zu fahren. Auch die Strafen seien hoch, nennt Hayden die mutmaßlichen Gründe für die rückläufigen Zahlen. „Von einem Trend kann man dabei aber nicht sprechen, da muss man die Zahlen der letzten fünf bis zehn Jahre vergleichen“, erklärt Alois Hayden.

„Bei der Internetkriminialität geht es oft um größere Summen. Die Hintermänner sitzen oft irgendwo im Ausland.“ Alois Hayden, Altlengbacher Inspektionskommandant

Thema sei aber das Suchtgift – vor allem Cannabis. So hatten die Altlengbacher Kriminalisten im Vorjahr wohl den richtigen Riecher, denn sie entdeckten in ihrem Rayon gleich drei Hanf-Plantagen. Ein „Betreiber“ davon dürfte wohl ein Profi auf diesem Gebiet gewesen sein.

„Er war ein Perfektionist, er hat gute Qualität angebaut, berichteten und die Kollegen aus dem Landeskriminalamt über die Auswertungen“, erinnert sich Alois Hayden. Nachdem der Mann schon ein Mal eine Strafe ausgefasst hatte, sitzt er noch immer im Gefängnis. „Dass wir in einem Jahr so große Mengen finden, ist aber nicht alltäglich“, so Hayden.

Gestiegen sind 2018 im Rayon der Polizei Altlengbach die Gerichtsdelikte von 250 auf 318. Dazu zählen Straftaten wie Einbrüche oder Körperverletzung. „Erklärend muss man sagen, dass vor zwei Jahren ein sehr ruhiges Jahr war, das Vorjahr war eher normal“, erklärt der Inspektionskommandant. Vor allem Betrugsfälle habe es mehrere gegeben, die Einbrüche hingegen seien stark zurückgegangen.

Gerade im Bereich der Internetkriminalität gebe es immer wieder Anzeigen. „Dabei geht es auch um größere Summen“, weiß Alois Hayden, der die Bevölkerung ersucht, im Internet vorsichtig zu sein. Solche Delikte seien schwer nachzuvollziehen, da die Hintermänner oft irgendwo im Ausland sitzen und sich immer etwas Neues einfallen lassen, um zu Geld zu kommen.