Buch über "Ausbrecherkönig" wird präsentiert. Roman über „Ausbrecherkönig“ wird am Donnerstag in Neulengbach präsentiert.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:54)
Ausbrecherkönig Max Leitner war dabei , als Clementine Skorpil im Dezember ihr Buch in Südtirol präsentierte.
zVg

 „Max Leitner. Ausbrecherkönig“ ist der Titel des neuen Buches von Clementine Skorpil. Es geht um einen Südtiroler, der – teils schwer bewaffnet – Banken und Geldtransporter überfallen hat. Insgesamt 26 Jahre saß er im Gefängnis. Fünf Mal brach er auf spektakuläre Weise aus, ebenso oft wurde er wieder eingesperrt.

Die Neulengbacherin wurde vom Südtiroler Verlag „Edition Raetia“ auf Empfehlung von Eva Rossmann gefragt, ob sie über Max Leitner ein Buch schreiben möchte. „Am Anfang war ich unsicher“, bekennt die Autorin. Sie wollte keine Biografie verfassen: „Für mich war klar, dass ich das nur als Roman machen kann. Ich wollte kein Heldenepos schreiben. Meine Bedingung war, dass Max Leitner kein Mitspracherecht beim Manuskript hat.“

Über ein halbes Jahr hat Clementine Skorpil an dem über 300 Seiten starken Buch geschrieben. Vom Verlag bekam sie Unterlagen über die Lebensgeschichte des heute 61-Jährigen, der jetzt als freier Mann in Südtirol lebt.

" Ich wollte kein Heldenepos schreiben. Meine Bedingung war, dass Max Leitner kein Mitspracherecht beim Manuskript hat.“

Die Arbeit an dem Buch sei ausgesprochen spannend gewesen, schildert die Neulengbacherin. Seinen Erzählungen zufolge hat Max Leitner mit 18 Jahren mit einer Spielzeugwaffe zum ersten Mal eine Bank überfallen. Es folgten weitere Überfälle, mit Anfang 30 wollte er gemeinsam mit italienischen Komplizen schwer bewaffnet einen Geldtransporter auf der Brenner-Autobahn überfallen. Als die Gendarmerie die Bande schnappte kam es zu einer wilden Schießerei.

Die Arbeit am Roman sei sehr herausfordernd, die Auseinandersetzung mit Leitners Lebensgeschichte total spannend und interessant gewesen, fasst Clementine Skorpil zusammen: „Die vielen Jahre im Gefängnis oder auf der Flucht machen schon etwas mit einem Menschen. Das war eine ständige Ausnahmesituation. Die Kleinigkeiten des Allttags finden nicht statt.“ Sie habe bei der Arbeit ganz neue Einblicke bekommen, zum Beispiel in den Gefängnisalltag oder in die kriminelle Energie eines Menschen.

Persönlich getroffen hat die Autorin die Hauptfigur ihres Romans erst im vergangenen August nach der Fertigstellung des Manuskripts. „Das war nach 26 Jahren Gefängnis und drei Jahren Hausarrest sein erster Tag in Freiheit“, erzählt Skorpil. Auf ihre Frage, warum er Banken überfallen habe, habe sie zur Antwort bekommen: „Aus Geldmangel.“ Leitner sehe sich nicht als Verbrecher, weil die überfallenen Banken ja Versicherungen hätten. Seine „Umverteilung“ sei aber nicht in Robin-Hood-Manier passiert, merkt Skorpil an.

Mit ihrem Roman sei Max Leitner nicht ganz zufrieden: „Er hätte sich erwartet, dass er mehr als Held dargestellt wird.“