Neulengbach

Erstellt am 16. Oktober 2018, 03:46

von Renate Hinterndorfer

Fünf Gasthäuser werden rauchfrei. Gastronomen setzen freiwillig Nichtraucherschutz um. Die Kampagne der Stadtgemeinde Neulengbach zeigt also Erfolg.

Gesundheitsstadträtin Beate Raabe-Schasching, Günter Heiss, Karl Schmölz, Michael Flois, Hannes und Bianca Lazelberger, Franz Reither, Christa und Christan Mayer von der Agentur „Grafixound“, Vizebürgermeister Alois Heiss, Gemeinderätin Magdalena Hajek und die Stadträte Gerhard Schabschneider und Barbara Löffler bei der Präsentation der Kampagne „Freiwillig rauchfrei“.  |  Hinterndorfer

Kann die Gemeinde mit ihrer Kampagne die Wirtsleute dazu motivieren, ihre Lokale „freiwillig rauchfrei“ zu machen? Sie kann. Das zeigte sich am Montag bei der Präsentation der Aktion im Neulengbacher Rathaussaal.

Es gibt zwar Bedenken, dass eine Umstellung Umsatzeinbußen bringt, doch nach kurzer Diskussion stand fest: Schmankerl-Wirt Michael Flois und Sutt‘nwirt Franz Reither aus Neulengbach und ihre St. Christophener Kollegen Karl Schmölz sowie Hannes und Bianca Lazelberger machen ihre Lokale rauchfrei. Johann Messerer, der zur Präsentation nicht kommen konnte, ist auch dabei: Er hat nach einem Gespräch mit Gesundheitsstadträtin Beate Raabe-Schasching beschlossen, dass seine Seebachstube rauchfrei wird.

Freiwillig rauchfrei ab 1. Jänner 2019

Für Diskussionsstoff sorgte der Zeitpunkt der Umstellung. Soll es jedem Gastronomen freigestellt sein, wann er sein Nichtraucher-Lokal aufmacht oder soll es einen einheitlichen Termin geben?

Für Michael Flois steht fest: „Bei den Weihnachtsfeiern darf bei mir sicher noch geraucht werden“. Karl Schmölz meinte: „Die Gemeinde muss den Termin festlegen, sonst werden wir uns nie einig.“ Hannes Lazelberger sprach sich für den 1. Jänner aus: „Viele Leute wollen zu Neujahr mit dem Rauchen aufhören, das wäre doch ein guter Termin.“ Dieser Vorschlag fand breite Zustimmung. Vizebürgermeister Alois Heiss erklärte dazu: „Wenn ihr sagt, ein gemeinsamer Start ist besser, dann machen wir das. Aber man kann auch später noch eintreten.“

Christa Mayer mit dem Entwurf der Werbelinie, die den Wirten am besten gefallen hat.  |  NOEN

Alle Wirte, die bei der Aktion „Freiwillig rauchfrei“ mitmachen, werden besonders präsentiert und bekommen von der Stadtgemeinde ein Zertifikat, spezielle Tafeln sowie Bierdeckel und Aufsteller. Christa Mayer von der Agentur „Grafixound“ hat drei Werbelinien mit verschiedenen Sujets und Farben ausgearbeitet und im Rathaussaal präsentiert. „Das Corporate Design von Neulengbach ist vorgegeben, die Schriften und der Dreiklang, also die drei Säulen, sind bei jedem Entwurf vorhanden“, so die Grafikerin. Die Wirte konnten entscheiden, welche Linie sie haben wollen und konnten gleich Aufsteller und Bierdeckel in der gewünschten Zahl bestellen. Die Wahl fiel auf jenen Entwurf, bei dem Fotos der Betriebe variabel verwendet werden können.

Das Projekt „Freiwillig rauchfrei“ wurde auf Initiative der Neulengbacher SP-Fraktion gestartet. Zunächst war an eine finanzielle Unterstützung der teilnehmenden Wirte gedacht, dann wurde im Gemeinderat der Beschluss für die Werbekampagne gefasst. „Es wäre schön, wenn alle Wirte mitmachen würden, aber wenn das nicht der Fall ist, dann haben halt jene, die dabei sind, mehr Aufmerksamkeit“, so Gesundheitsstadträtin Beate Raabe-Schasching (SP). Sie will mit weiteren Wirten im Ort das Gespräch suchen, um sie für eine Umstellung zu motivieren.

Zertifikate und Werbematerial bekommen übrigens auch alle Gastronomen, die bereits jetzt Nichtraucherlokale betreiben.

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