Integrationsprojekt findet würdigen Abschluss. 13.000 Euro wurden zur Verfügung gestellt. Jetzt ist Schluss.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 23. Juli 2019 (04:10)
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Beate Raabe-Schasching, Andreas Nebosis und Silvia Schweighofer ziehen zufrieden Bilanz über ihr Projekt „Stimmen der Menschlichkeit“.

Sie sind froh, dass sie es gemacht haben. Jetzt sind sie aber auch froh, dass sie es abschließen können. Die Rede ist von Silvia Schweighofer, Beate Raabe-Schasching und Andreas Nebosis, die gemeinsam das Projekt „Stimmen für Menschlichkeit“ initiiert haben.

Ende 2015 sind die drei Neulengbacher im Guggi‘s beisammengesessen und haben überlegt, was man angesichts der negativen Stimmung gegenüber Flüchtlingen machen könnte. Dreieinhalb Jahre später sitzen sie wieder im Guggi‘s beisammen und ziehen Bilanz.

Zwei Konzerte unter dem Motto „Stimmen für Menschlichkeit“ wurden auf die Beine gestellt. Mit der Unterstützung des Profi-Musikers Erich Buchebner gelang es, namhafte Künstler nach Neulengbach zu bringen. Der Besucherandrang war enorm. Künstler und Tontechniker verzichteten auf ihre Gagen, der Verein Arbeiterheim verlangte keine Saalmiete. 9.000 Euro an Eintrittsgeldern sind bei den zwei Konzerten hereingekommen. Darüber hinaus wurden noch 4.000 Euro gespendet.

„Es war ein Erfolgsprojekt, das von vielen Neulengbachern unterstützt wurde“, fasst Silvia Schweighofer zusammen. „Es hat eine große Welle der Solidarität gegeben“, ergänzt Andreas Nebosis. Und Beate Raabe-Schasching merkt an: „Die sogenannten Gutmenschen haben gezeigt, dass sie etwas zusammenbringen.“

„Es war ein Erfolgsprojekt, das von vielen Neulengbachern unterstützt wurde“

Mit den Spendengeldern konnte insgesamt etwa 350 Asylwerbern geholfen werden. Zahlreiche Deutschkurse und Deutschprüfungen wurden finanziert. „Eine Prüfung kostet 130 Euro. Ein Flüchtling in der Grundversorgung bekommt 40 Euro Taschengeld im Monat. Da muss er schon eine Weile sparen, bis er sich die Prüfung leisten kann“, hält Silvia Schweighofer fest. Auch Fahrtkosten wurden aus den Spendengeldern finanziert. Um die Integration zu fördern, wurden Werteschulungen durchgeführt und verschiedene Sportaktivitäten unterstützt, von Fußball über Schwimmen bis Zumba. Es sei wichtig, dass Asylwerber, die ja nicht arbeiten dürfen, eine Beschäftigung haben.

 

Silvia Schweighofer hat alle Einnahmen und Ausgaben akribisch aufgelistet und in einem dicken Ordner alle Rechnungen gesammelt. Die 13.000 Euro sind jetzt zur Gänze aufgebraucht. Unterstützt wurden nicht nur Flüchtlinge, sondern auch einige einkommensschwache Familien aus der Region.

Nun sei auch der richtige Zeitpunkt, um das Unterfangen abzuschließen, sind sich die drei Initiatoren einig. Sie sind dankbar, dass so viele Vereine und Privatpersonen die Hilfsaktion unterstützt haben. Und sie freuen sich, dass sich Freundschaften entwickelt haben und Initiativen wie der Verein Karussell in Maria Anzbach entstanden sind. Dass Neulengbach mittlerweile auch zertifizierter Standort für Deutschprüfungen ist, sei ein zusätzlicher bleibender Benefit für die Stadt.