Neulengbach

Erstellt am 16. Januar 2019, 12:26

von Renate Hinterndorfer

Kampf den Leerständen im Stadtzentrum. Aktive Wirtschaft und Gemeinden bemühen sich um Belebung.

Die Ortskernbelebung in Neulengbach bleibt ein großes Thema.  |  Hell

Einige Geschäfte stehen im Stadtzentrum leer, ein weiteres wird bald frei werden: Bandagist Daxböck verabschiedet sich vom Hauptplatz und baut ein neues Sanitätshaus an der B19.

„Das Hauptproblem sind die Parkplätze. Unsere Kunden beschweren sich, dass sie nicht stehen bleiben können. Ich verstehe die Beschwerden, denn die Leute müssen teilweise ja große Schachteln tragen“, berichtet Martin Daxböck.

Bandagist Daxböck verlässt Ortszentrum

„Ich verstehe die Entscheidung von Herrn Daxböck, aber für das Zentrum ist das natürlich schade“, bedauert Wirtschaftstadtrat Gerhard Schabschneider die Übersiedlung. Er spricht sich für eine Offensive aus, um den einen oder anderen Gewerbetreibenden zu motivieren, ins Stadtzentrum zu kommen: „Aber es ist schwierig, jemanden zu finden.“

Stadtgemeinde und Aktive Wirtschaft wollen sich weiterhin um die Ortskernbelebung bemühen. Schabschneider: „Wir haben heuer 15.000 Euro im Budget, die wir für das Stadtzentrum verwenden, damit wir etwas zusammenbringen und das Zentrum mehr beleben.“ Einige Auslagen seien nicht mehr für den Handel genutzt. Der Wirtschaftsstadtrat wünscht sich, dass sich das wieder ändert: „Wenn immer mehr Auslagen verschwinden, verschwindet der Handel.“

„Wir haben Frequenzbringer, Gott sei Dank. Aber das kann sich schnell ändern.“ Gerhard Schabschneider

Die Aktive Wirtschaft hat wie berichtet einen Marketingplan für heuer erstellt. Ein Teil davon ist auch die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts, um die sich Günther Frank und Immobilienexperte Stefan Kagerer von Remax annehmen werden.

„Wir haben einmal von außen geschaut, welche Geschäfte leer stehen“, berichtet Günther Frank. Zumindest zehn bis zwölf Geschäftslokale sind frei. Gemeinsam mit der Stadtgemeinde wolle man an die Liegenschaftseigentümer herantreten und überlegen, welche Möglichkeiten es gibt.

Auch dem Bürgermeister ist die Stadtkernbelebung ein Anliegen: „Natürlich schaut man, ob es Nachfolger für Geschäfte gibt, welche Leerstände es gibt und wie es mit dem Ortsmarketing weitergeht“, sagt Franz Wohlmuth. Man müsse überlegen, ob man einen Experten von außen hole, der einen unabhängigen Blick habe.

Eine Rolle spielt auch die Gestaltung der Ortseinfahrt von der Apotheke zum alten Rathaus, die eigentlich im Zuge der Stadterneuerung schon umgesetzt werden sollte. „Da geht es um die Verkehrsführung, um die Platzgestaltung, um die Frage einer Begegnungszone. Das sind alles Dinge, die in Entwicklung sind“, so Wohlmuth. Er rechnet damit, dass es da noch einige Diskussionen geben wird: „Die einen sagen, ohne Autos ist der Markt tot. Die anderen sagen, der Markt ist wegen der Autos tot.“

Die Neugestaltung im Bereich Apotheke/Altes Rathaus wird jedenfalls noch auf sich warten lassen: „Vor 2020 ist da nicht daran zu denken“, so Wohlmuth.