Mutter soll ihr Kind entführt haben. Rumänin bestreitet Kindesentziehung. Vor Gericht wird sie für nicht schuldig befunden.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 26. Juni 2019 (03:18)
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Symbolbild

Mit schweren Anschuldigungen sieht sich eine Rumänin vor Gericht konfrontiert. Ihre achtjährige Tochter soll die 34-Jährige aus der Obhut des erziehungsberechtigten Vaters entzogen haben, mit dem Kind in ihr Heimatland gereist sein, um dauerhaft dortzubleiben. Am Landesgericht in St. Pölten wird der Mutter nun wegen Kindesentziehung der Prozess gemacht.

„Meine Tochter hat seit ihrem dritten Lebensjahr bei mir gelebt. Seit Herbst habe ich sie nicht mehr gesehen“, sagt der Vater der Achtjährigen. Um sein Kind mache sich der Neulengbacher große Sorgen. „Obwohl ich das alleinige Sorgerecht habe, sind sämtliche Versuche, meine Tochter wieder nach Österreich zu holen, gescheitert“, erklärt er.

„Meine Tochter hat seit ihrem dritten Lebensjahr bei mir gelebt. Seit Herbst habe ich sie nicht mehr gesehen“

Geständig zu Kindesentziehung ist die 34-Jährige im Prozess nicht. „Ich habe erfahren, dass meine Tochter Probleme mit den Zähnen hat, deshalb habe ich sie mitgenommen. Das war mit dem Vater so vereinbart“, erklärt sie. Und berichtet, dass medizinische Behandlungen in Rumänien noch nicht abgeschlossen seien. „Meine Mandantin hat vom Vater des Kindes eine Vollmacht bekommen, sie durfte das Kind mitnehmen“, so ihr Verteidiger im Prozess.

Der Richter fällt einen Freispruch. Abgesehen von der erteilten Ermächtigung, das Kind ins Ausland mitnehmen zu dürfen, „hatte die Angeklagte Grund anzunehmen, dass das Wohl des Kindes gefährdet ist“, begründet er. Das Urteil ist rechtskräftig.