Nächstes Wirtshaus schließt: Sperrstund’ im Schmankerl. Nach dem Aus für das Gasthaus Schmölz folgt jetzt die nächste Hiobsbotschaft: Auch Michael Flois macht sein Lokal zu: Personalmangel.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 15. Oktober 2019 (04:29)
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Am 27. Oktober geht im „Schmankerl“ das Licht aus. Das Lokal läuft sehr gut, trotzdem muss Michael Flois zusperren: Er findet kein Personal.

Am 27. Oktober sperrt das Gasthaus Schmankerl in der Wiener Straße zu. „Mir tut es sehr leid, dass ich diesen Schritt setzen muss, aber ich finde kein Personal. So kann ich nicht weitermachen“, sagt Michael Flois. Personalmangel sei schon länger ein Problem gewesen. Jetzt ist das Problem akut geworden.

Nachdem im Vorjahr zwei Köche aufgehört haben, wurden die Öffnungszeiten eingeschränkt. „Jetzt hat mein letzter Koch gesagt, es geht nicht mehr. Und zwei meiner Mitarbeiterinnen fallen aus gesundheitlichen Gründen länger aus. Somit besteht das Schmankerl-Team nur noch aus drei Mitarbeitern und meinen Eltern.“ Viel zu arbeiten mache ihm nichts aus, aber jetzt sei es zuviel: „Körper und Geist können eine 75-Stunden-Woche nicht lang mitmachen. Meine Eltern reißen mich heraus, aber ich bin nicht selbstständig geworden, dass meine Eltern so viel arbeiten müssen. Sie sollen ihren Ruhestand genießen.“

„Das einzig Positive ist, dass ich keine finanziellen Sorgen habe.“ Michael Flois

Schon seit eineinhalb Jahren versuche er über das AMS, über Facebook und Jobportale, Mitarbeiter zu finden. Vergeblich. Nun müsse er die Reißleine ziehen. Er ist nicht der einzige: Wie berichtet hat der St. Christophener Wirt Karl Schmölz sein Lokal ebenfalls wegen Personalmangel geschlossen.

Michael Flois betreibt das „Schmankerl“ seit knapp fünf Jahren. Davor hat sein Vater den Betrieb 26 Jahre geführt. Das Aufhören fällt dem Wirten nicht leicht: „Die Bude läuft wahnsinnig gut. Ich habe keine finanziellen Sorgen. Wir haben viele Stammgäste. Die Tatsache, dass wir auch Gäste aus Wien, Krems und Tulln zu unseren regelmäßigen Besuchern zählen und die durchwegs positive Resonanz in den sozialen Medien haben, macht es uns umso schwerer, unser über 30 Jahre existierendes Haus schließen zu müssen.“

Gerüchte, dass das Gebäude bereits an eine Genossenschaft verkauft sei und Wohnungen geplant seien, kann Michael Flois nicht bestätigen: „Ich habe so viel zu tun, dass ich mir über die Zukunft des Hauses noch keine Gedanken gemacht habe.“

Über seine eigene Zukunft hat sich der Gastronom bereits Gedanken gemacht: Er möchte in der Branche bleiben. „Vielleicht mache ich ein kleineres Lokal auf.“