„Nichts preisgeben ist eine Utopie“. Internet und Soziale Medien standen in Neulengbach im Mittelpunkt. Jeder Bereich ist mittlerweile vernetzt.

Von Beate Riedl. Erstellt am 22. Januar 2019 (05:35)
Beate Riedl
Soziale Medien und das Internet waren Themen eines Vortrags- und Diskussionsabends im Neulengbacher Rathaussaal. Mit dabei waren Gemeinderätin Magdalena Hajek, Thomas Schneeweiss von der Polizei, Stadträtin Beate Raabe-Schasching, Moderator Stefan Lenglinger, Stadträtin Maria Rigler, Thomas Lampoltshammer von der Donau-Universität Krems, Eric Kornelson vom Jugendverein Neulengbach, Jugendgemeinderat Bernhard Karrer, Celine Faustmann vom Jugendverein, Brigitta Hemmelmeier-Händel von der Leaderregion Elsbeere Wienerwald, Stadträtin Barbara Löffler, Vizebürgermeister Alois Heiss, Bürgermeister Franz Wohlmuth und Stadtrat Ferdinand Klimka (v. l.).

Wie viel sind unsere Daten eigentlich wert? Warum werden ständig Daten gesammelt? Wie kann ich Fake News von wahren Neuigkeiten unterscheiden? Wie kann ich mich selbst und meine Kinder vor den Gefahren des Internets schützen? Diesen Fragen auf den Grund gingen Vortragende und Diskussionsteilnehmer in Neulengbach unter dem Titel „Soziale Medien – wie sicher ist das Netz für unsere Kinder und Jugendlichen?“.

Nach dem Themenschwerpunkt „Frauen“ legt die Gemeinde nun den Fokus auf die Jugend. Mit dieser Veranstaltung fiel der Startschuss.

Dabei stellte Thomas Lampoltshammer vom Department für E-Governance an der Donau-Universität Krems fest, dass „wir alle im Internet sind“. Denn alles sei vernetzt – in jedem Bereich. „Daten nicht preisgeben ist eine Utopie“, ist sich Lampoltshammer sicher. Es werden ständig Daten gesammelt, für zielgenaue, personalisierte Werbung. „Je mehr wir im Internet sind, desto transparenter sind wir.“ Und er erklärt, dass unsere Daten zwischen 20 und 40 Cent wert sind. „Bei 2,1 Milliarden Nutzern weltweit kann man ganz schön Geld verdienen, bis es einmal kracht“, so Lampoltshammer.

Um sinnvoll mit dem Internet und den Sozialen Medien umzugehen sei es wichtig, sensibel mit Informationen, die man preisgibt umzugehen. „Denn den Stecker ziehen, ist keine Option.“

Außenseiter, wer nicht online ist

Dass für Kinder und Jugendliche das World Wide Web und die sozialen Medien omnipräsent sind, bewiesen Celine Faustmann, Alexander Brait und Eric Kornelson vom Jugendverein Neulengbach mit ihren Erzählungen aus dem Alltag. „Man ist fast verpflichtet, online zu sein, um kein Außenseiter zu sein“, berichtet etwa Celine Faustmann, die es mittlerweile als Grundbedürfnis sieht, in der Onlinewelt präsent zu sein. Sie hat auch schon negative Erfahrungen gemacht: Eigene Fotos wurden herumgeschickt, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren. Und Alexander Brait erzählt, dass er zwar auf Facebook mit seiner Familie vernetzt ist, Privates teilt er aber auf anderen Plattformen.

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Alexander Brait, Celine Faustmann, Bernhard Karrer, Eric Kornelson, Thomas Schneeweiss und Thomas Lampoltshammer (v. l.) diskutierten unter der Moderation von Stefan Lenglinger (Mitte) über Soziale Medien und das Internet.

Gleichzeitig erzählten die drei aber auch, dass es hin und wieder nicht schlecht sei, einmal nicht online zu sein, dass eine gewisse Kontrolle bei Kindern, viel Aufklärung und Vertrauen aber unbedingt notwendig seien. Das unterstreicht auch Thomas Schneeweiss von der Abteilung Kriminalprävention. Wichtig ist dabei, Regeln für die Mediennutzung einzuführen und auch die Konsequenzen gemeinsam zu vereinbaren. Auch die geplante digitale Grundbildung in der Schule ist ein wichtiger Schritt für die Prävention. Gleichzeitig fordert Schneeweiss aber mehr Sozialarbeiter an den Schulen, um Konflikte unter den Schülern lösen und aufzuarbeiten.Auch im BORG und in der Mittelschule Neulengbach wird in dieser Woche das Thema aufgegriffen.

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