Europa-Mittelschul-Direktorin Widmann geht in Pension. Josefa Widmann geht nach 16 Jahren als Leiterin der Europa-Mittelschule in Pyhra in den Ruhestand.

Von Bernhard Herzberger und Renate Hinterndorfer. Erstellt am 10. Juli 2019 (05:50)
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Unter Josefa Widmann wurde die Hauptschule Pyhra zur Europa-Mittelschule.

„Die Kinder und die Kollegen werden mir fehlen“, stellt Josefa Widmann fest. Die Neulengbacherin geht Anfang September als Direktorin der Europa-Mittelschule Pyhra in Pension. Im August wird sie noch ihre Nachfolgerin einschulen, Anfang September ist Schluss.

Auf die Frage, ob sie sich in der Politik wieder mehr engagieren möchte, antwortet die Neulengbacher VP-Frauen-Chefin und frühere Gemeinderätin mit einem klaren Nein: „Es hat alles seine Zeit im Leben. Ich werde mich mehr meiner Familie widmen, meine Enkelkinder betreuen, mehr reisen, mich sozial engagieren“, sagt die zweifache Mutter und zweifache Großmutter.

 „Wien war ein hartes Pflaster.“ Josefa Widmann erinnert sich an ihre Anfänge als Pädagogin zurück.

 Josefa Widmann hat das Gymnasium in Scheibbs absolviert. Dass sie einen Lehrberuf ergreifen möchte, war für sie schon früh klar. Sie studierte an der Pädagogischen Akademie und der Universität Wien und legte ein Masterstudium an der New York City University ab. Widmann hat das Hauptschullehramt und das AHS-Lehramt für Englisch, Philosophie und Psychologie. Sie begann in Wien zu arbeiten und erinnert sich: „Das war ein hartes Pflaster.“ Sie wechselte dann in ihr Heimatbundesland, unterrichtete in Neulengbach, später in Schrems, weil ihr Mann dort beruflich tätig war.

2003 übernahm sie die Leitung der damaligen Hauptschule Pyhra. Ihre Tätigkeiten für den NÖ Landesschulrat in der EU-Koordination und für internationale Angelegenheiten im Bildungsministerium färbten auf den Schulbetrieb in Pyhra ab: „Ich habe versucht, die Schule als Europahauptschule mit Sprachenschwerpunkt weiterzuentwickeln.“ Aus dem Schulversuch Mittelschule wurde die Europa-Mittelschule. Höhepunkte waren die Schüleraustauschprogramme mit Dänemark, Finnland und Irland.

Vielseitiges Tätigkeitsfeld

Im Unterricht legte Widmann großen Wert auf die Schulung von Rhetorik und Präsentationstechniken: „Die Kinder konnten ihre Abschlussprojekte vortragen, dadurch haben sie Selbstbewusstsein gewonnen und gelernt, sich selbst zu organisieren“, betont Widmann, die auch einen Lehrauftrag an der FH St. Pölten hatte und ein paar Jahre in der UNO tätig war: „Internationale Tätigkeiten haben mich immer sehr interessiert“, erzählt die 64-Jährige im NÖN-Gespräch. Auch in der Lehrerausbildung war Josefa Widmann tätig.

Die sozialen Kontakte, sie sie aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeiten automatisch hatte, würden ihr nach der Pensionierung sicher abgehen, bekennt Widmann. „Aber dafür kommt etwas Neues. Jetzt möchte ich einmal Abstand gewinnen, und dann werde ich mich neu orientieren.“