Steinwendtner folgt Heiss nach. 38-jähriger Jurist soll das Amt von Raimund Heiss übernehmen. Am Mittwoch ist die Wahl.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 19. November 2019 (04:30)
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 Finanzstadtrat Raimund Heiss hat wie berichtet nach über 20 Jahren sein Amt zurückgelegt. Als Gründe nannte er wachsende Unstimmigkeiten mit Bürgermeister Franz Wohlmuth. Seine Meinung sei nicht gefragt, also sei er überflüssig, argumentierte Heiss.

Bürgermeister Wohlmuth wollte die Aussagen des Finanz-Chefs nicht kommentieren: „Auf dieses Niveau werde ich mich sicher nicht begeben. Raimund Heiss fährt seine Linie, und das ist so.“ Auf die Frage, ob der Rücktritt von Heiss für ihn überraschend war, antwortet Wohlmuth: „Der Zeitpunkt und die Art des Rücktritts schon. Aber das zeigt die menschliche Qualität.“

Wer soll jetzt neuer Finanzstadtrat werden? In einer internen Sitzung einigte sich die VP einstimmig auf die Nominierung von Florian Steinwendtner. Alle fünf VP-Mitglieder im Finanzausschuss wurden gefragt, Florian Steinwendtner hat sich sofort bereit erklärt, das Amt zu übernehmen.

Einstimmige Entscheidung in VP

Steinwendtner ist Jurist, betreibt eine Rechtsanwaltskanzlei in Neulengbach und ist seit der Wahl 2015 im Gemeinderat. „Er ist umgänglich, und er hat die Ausbildung zum Kommunalmanager absolviert, er ist also auch fachlich top“, sagt Franz Wohlmuth.

Bei einer außertourlichen Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 20. November, soll der neue Finanzstadtrat gewählt werden. Auch die Ergänzungswahl in den Finanzausschuss steht auf der Tagesordnung.

Florian Steinwendtner berichtet auf Anfrage der NÖN, dass er keinen Moment gezögert habe, als ihm das Amt angeboten wurde. Der Rücktritt von Raimund Heiss sei für ihn komplett überraschend gekommen, sagt der 38-Jährige. Er ist stolz, dass er von der Neulengbacher Volkspartei einstimmig für die Funktion des Finanzstadtrats nominiert wurde. „Ich freue mich auf die Herausforderung. Wir werden miteinander den guten Kurs weiterführen.“ Noch sei er zwar nicht Stadtrat, aber natürlich beschäftige er sich schon mit seiner neuen Aufgabe: „Ich werde mich in der kurzen Zeit so gut wie möglich vorbereiten. Ich bin dabei, mir die Unterlagen herbeizuschaffen. Ich lese mich ein. Die neue Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung ist ja absolutes Neuland.“ Er arbeite gut mit der Verwaltung und mit der Finanzabteilung zusammen. Und er wolle auch mit allen Fraktionen zusammenarbeiten, betont Steinwendtner: „Das ist der einzig sinnvolle Weg.“

Dass andere Fraktionen meinen, die ÖVP sei zerstritten, kann Florian Steinwendtner nicht nachvollziehen. SP-Stadtrat Josef Fischer hatte ja von einer „Chaos-Partie“ gesprochen. Florian Steinwendtner sagt dazu: „Davon sind wir weit entfernt.“