Taferl aus Karton für das Auto. 44-Jähriger bastelte sich Kennzeichen selbst. Vor Gericht setzte es Geldstrafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 05. April 2019 (05:20)
Shutterstock.com/Billion Photos

„Das war ein richtig dummer Blödsinn. Ich hab’ mir nichts dabei gedacht. Jetzt weiß ich es besser“, seufzt ein 44-Jähriger aus Neulengbach vorm Strafrichter. Vor dem sitzt der Mann als Angeklagter, das Vergehen der Fälschung besonders geschützter Urkunden wird ihm vorgeworfen in einem Prozess am Landesgericht.

Zu der Anschuldigung ist der Neulengbacher geständig. „Doch war es ein bisserl anders, als man glauben mag“, sagt er. Und er erzählt: „Das Auto war auf meine Mutter zugelassen, es hatte Mängel, sollte zur Überprüfung. Blaue Kennzeichen hatte ich gemietet. Die hab’ ich aber zurückgegeben. Dann habe ich einen Termin zur Überprüfung des Autos fürs Pickerl bekommen“, so der Angeklagte. Not war nun am Mann und kurzerhand bastelte sich der Neulengbacher mangels Kfz-Kennzeichentafeln welche aus Karton.

„Und das ist strafbar“, sagt der Richter. Die Aktion kommt den Neulengbacher teuer zu stehen. Es setzt 2.700 Euro Geldstrafe. Zahlt der Angeklagte diese nicht, muss er 75 Tage hinter Gittern absitzen.

„Bedingte Strafe wollte ich Ihnen keine geben, weil mir eine Geldstrafe präventiv sinnvoller erscheint“, erklärt der Richter dem Angeklagten. Mit dem Urteil sind sowohl die Staatsanwältin als auch der 44-Jährige einverstanden. Weil dieser aber anwaltlich im Prozess nicht vertreten ist, hat er drei Tage Bedenkzeit. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.