Welttag der Fremdenführer: „Ein toller Beruf“. Hedy Fohringer gibt Einblick in ihre spannende Arbeit.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 16. Februar 2019 (04:33)
Archiv/rh
Hedy Fohringer führt durch Burg und Stadt Neulengbach genauso wie durch Wien oder das Waldviertel.

Anlässlich des Welttages der Fremdenführer gibt es am 23. Februar Gratisführungen an einigen Orten in Niederösterreich. Mit dabei ist die Neulengbacher Fremdenführerin Hedy Fohringer, und zwar in Tulln, wo Führungen unter dem Motto „Schiele & Schiene“ angeboten werden.

Vor 27 Jahren hat Hedy Fohringer in Wien die Ausbildung zur staatlich geprüften Fremdenführerin abgeschlossen. „Ich würde es sofort wieder machen. Der Beruf ist spannend und hochinteressant. Wenn man für den Beruf geeignet ist, bekommt man ein großes Wissen dazu, weil man sich permanent weiterbilden muss.“

„Ich mag Geschichten. Was ich nicht mag, sind Gschichtln. Gschichtldrucken tut mir weh.“ Hedy Fohringer, Fremdenführerin

Burg- und Stadtführungen in Neulengbach gehören genauso zum „Repertoire“ von Hedy Fohringer wie verschiedene Touren durch die Wachau, das Waldviertel und das Burgenland oder Museums- und Themenführungen durch Wien: „Da geht es zum Beispiel um das liederliche Wien, um Kriminalfälle oder um den medizinischen Bereich.“

Die Arbeit der staatlich geprüften „Austriaguides“ ist mit viel Recherchearbeit verbunden. Wird eine Führung zu einem speziellen Thema angefragt, dann fährt Hedy Fohringer etwa in die Nationalbibliothek nach Wien, um Material zu bekommen: „Auch in der Landesbibliothek in St. Pölten bin ich öfters, da sind die Leute sehr hilfreich.“

Auf die Frage, was denn ihr Lieblingsthema sei, antwortet die Historikerin lachend: „Immer das, das ich gerade bearbeite.“ Momentan ist das ein Vortrag über Widerstand im Dritten Reich. „Ich zeige auf, wie es den Leuten im Widerstand gegangen ist, und was ihnen passiert ist. Das ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt und auch berührt.“

Berührende Erlebnisse gibt es auch bei den Touren immer wieder. „Bei einer Führung durch die Wachau habe ich von Marillenknödeln erzählt, und eine Teilnehmerin hat bitterlich zu weinen begonnen. Wie sich herausgestellt hat, musste sie im Alter von drei Jahren von Österreich in die USA emigrieren, und ihre Mutter hat ihr zu jedem Geburtstag Marillenknödel gemacht“, erinnert sich die Fremdenführerin, die auch als Trainerin am Wifi St. Pölten beschäftigt ist. Vier Semester dauert die Ausbildung zum staatlich geprüften Fremdenführer. „Wir haben eine gute, fundierte Ausbildung in Wien, Niederösterreich und Salzburg. „Im Wifi St. Pölten gibt es alle zwei Jahre einen neuen Kurs. Die Ausbildung ist zeit- und kostenintensiv. Aber der Beruf ist einfach schön“, schwärmt die Neulengbacherin. Ende März startet sie wieder mit den Stadt-Führungen in ihrer Heimatgemeinde.