Volontärin: „Möchte etwas zurückgeben“. Marilen Haas wird elf Monate in Kolumbien in einem Schulprojekt und einem Jugendinternat mitarbeiten.

Von Beate Riedl. Erstellt am 12. Februar 2019 (18:22)
Benedikt
Die Innermanzingerin Marilen Haas wird in Kolumbien Nachhilfeunterricht geben, Kinder bei Hausaufgaben unterstützen und Freizeitprogramm für die jungen Kolumbianer gestalten.Hageneder

„Ich habe sehr viel Glück gehabt, in Österreich aufwachsen zu dürfen und das Privileg, einen guten Schulabschluss machen zu können. Ich möchte mit meinem Einsatz etwas zurückgeben und mein Erlerntes weitergeben, denn jeder Mensch hat das Recht auf Bildung“, sagt die Innermanzingerin Marilen Haas.

Die 19-Jährige wird ab August elf Monate in Kolumbien verbringen und dort ehrenamtlich arbeiten. Als Volontärin der Organisation „Volontariat bewegt“ wird sie „unter der Woche in Amagá, einer kleinen Stadt im nördlichen Kolumbien, in einem Schulprojekt arbeiten und am Wochenende in Medellin in einem Jungeninternat tätig sein“, freut sie sich schon auf ihre Aufgabe an der Nordspitze Südamerikas. Nachhilfeunterricht geben, bei den Hausaufgaben unterstützen oder ein abwechslungsreiches Programm für die Freizeit der kolumbianischen Kinder und Jugendlichen zu gestalten, steht dann elf Monate lang auf der Tagesordnung. Ihren ersten Einsatz hat sie am 20. August.

„Nach meiner Rückkehr möchte ich vielleicht ein Zweitstudium mit sozialem Schwerpunkt beginnen.“ Marilen Haas, Neustift-Innermanzing

Kurz zuvor heißt es von zu Hause Abschied nehmen. Freunde und Familie stehen voll und ganz hinter der ambitionierten jungen Frau: „Meine Familie und meine Freunde finden es sehr schade, dass sie mich für so lange Zeit nicht sehen werden. Aber ich wurde von jeder Person in meinem Umfeld sehr unterstützt. Grundsätzlich finden alle sehr gut, was ich mache“, berichtet die Innermanzingerin.

So wie Marilen Haas starten 16 weitere junge Erwachsene in Kürze ihren Freiwilligendienst in Kinder- und Jugendsozialprojekten mit „Volontariat bewegt“, einer Initiative von Jugend Eine Welt und den Salesianern Don Boscos. Unterstützt wird der Verein von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und dem Sozialministerium.

Kulturelle und soziale Kontexte kennenlernen

Im Vorjahr konnten so im Rahmen des Freiwilligenprogrammes rund 61.000 ehrenamtliche Einsatzstunden in den Partnerprojekten vor Ort geleistet werden. Die Aufgabe von „Volontariat bewegt“, ist es dabei, die jungen Volontäre auf den Einsatz sorgfältig vorzubereiten und ihnen ein realistisches Bild von ihren Einflussmöglichkeiten mitzugeben.

Die Freiwilligen lernen im Rahmen ihres Einsatzes verschiedene kulturelle und soziale Kontexte kennen. Sie machen die Erfahrung, dass ihr Einsatz Wellen schlägt – in ihnen selbst und um sie herum. „Rund 80 Prozent unserer Freiwilligen sind auch nach dem Einsatz in der Jugendarbeit oder in anderen Bereichen engagiert. Es ist schön zu beobachten, dass ihre Einsatzfreude auch nach der Rückkehr ungebremst ist. Sich neben dem Studium oder Job auch ehrenamtlich zu engagieren, wird für viele zur Lebenseinstellung“, sagt Johannes Ruppacher, Geschäftsführer von „Volontariat bewegt“.

Auch die junge Innermanzingerin hat vor, sich nach ihrem Aufenthalt weiterhin sozial zu engagieren. „Nach meiner Matura habe ich in Wien Theater-, Film-, und Medienwissenschaften zu studieren begonnen. Nebenbei habe ich mich bei der Caritas für Flüchtlingskinder ehrenamtlich engagiert. Nach meiner Rückkehr möchte ich vielleicht ein Zweitstudium mit sozialem Schwerpunkt beginnen“, blickt sie in die Zukunft.