Pionierprojekt: Spargelernte ist im Gang. Karl Hollaus freut sich, dass das Gemüse in Raipoltenbach gedeiht.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 24. April 2019 (03:02)
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Der erste Wienerwald-Spargel wird geerntet. Karl Hollaus ist erleichtert, dass sich das Gemüse im ersten Jahr gut entwickelt hat.

Als erster Landwirt in der Region Wienerwald hat Karl Hollaus junior vor einem Jahr mit dem Spargelanbau begonnen. Jetzt ist er mit der ersten Ernte gestartet.

„Es war ein Sprung ins kalte Wasser“, erinnert sich der Raipoltenbacher an die Anfänge im Vorjahr: Es war ja nicht klar, ob der Schwarzerdeboden für Spargel überhaupt geeignet ist. Aber die Pflanzen haben sich gut entwickelt: „Am 8. April habe ich den ersten Wienerwald-Spargel gestochen“, berichtet Hollaus stolz. Dann hat er einige Bekannte mit dem frischen Gemüse beliefert: „Als ich gehört habe, dass ihnen der Spargel gut geschmeckt hat, war ich schon erleichtert.“ Die Nachtfröste in der Vorwoche haben zwar dem grünen Spargel etwas zugesetzt, insgesamt könne man aber zufrieden sein: „Der erste Versuch ist gelungen, ich kann mich nicht beschweren.“

„Es war ein Sprung ins kalte Wasser.“ Karl Hollaus zu seinem Spargel-Projekt in Raipoltenbach

Ziemlich genau vor einem Jahr wurden in Raipoltenbach auf einer Fläche von zwei Hektar die Pflanzen gesetzt, ein Drittel grüner Spargel, zwei Drittel weißer Spargel. Auf künstliche Bewässerung konnte verzichtet werden, auch in den heißen Sommerwochen. Das Unkraut wurde teils maschinell, teils händisch entfernt. Das Spargelkraut, das im Dezember abgefroren war, wurde zerkleinert und auf dem Feld liegengelassen. „Sobald das Feld befahrbar war, wurde mit einer speziellen Fräse ein Damm gemacht, und dann wurde eine Folie auf den Damm gezogen. Damit kann man die Temperatur im Damm steuern, wir brauchen keine chemische Unkrautbekämpfung vor der Ernte und es ist ein Erosionsschutz.“

Bis zu zehn Jahre bleiben Spargelpflanzen auf einem Feld. Die Ernte wird bis etwa Mitte Mai dauern, schätzt der Spargelbauer. Gerade im ersten Jahr müsse die Anlage geschont werden. Im vierten Jahr ist mit einem Vollertrag zu rechnen.

Verkauft wird das Gemüse bei Ständen in Neulengbach beim Penny-Kreisverkehr und in Tullnerbach beim Feuerwehrhaus. Auch regionale Gastronomiebetriebe setzen auf das heimische Angebot: „Einige Wirte haben sich bei mir gemeldet“, freut sich Karl Hollaus.