Volles Haus bei KlangKasten-Premiere. Mit Standing Ovations quittierten die Besucher die Erstaufführung der Musik- und Tanzshow „#REALITY“ von KlangKasten. 600 Zuseher füllten die DPM Halle in Kasten und kamen an diesem Abend auf ihre Rechnung.

Von Redaktion noen.at und Bernhard Herzberger. Update am 25. Mai 2019 (10:43)

Von einem „Laienensemble“ zu sprechen wird der Qualität des Gebotenen fast nicht gerecht: Ein Feuerwerk auf der Bühne mit gekonnt inszenierten Gesangsstücken machen es schwer, emotional nicht einzutauchen und mit zu leben. Man spürt, mit wie viel Herz das Ensemble nach 21 Jahren gemeinsamen Wirkens dahinter ist und die Freude des gesamten Teams, das am Zustandekommen der gelungenen Veranstaltung mitwirkt – vom Personal an der Kassa, an der Bar und Backstage bis zu den Kindern der Familien, die hineingewachsen sind und einfach dazugehören.

Der Inhalt des Stücks ist aus dem Leben gegriffen. Autor Stefan Anzenberger hat sich die Rolle von Kurt, der wenige Tage vor der Hochzeit auftaucht, und sich im Haus der Brauteltern einnistet wohl auf den Leib geschneidert: Er ist Jugendfreund des Familienvaters Armin und umgarnt als Charmeur der alten Schule dessen Frau Hannelore. Mit seiner unkonventionellen Art scheint er inmitten eines Umfeldes von Menschen, die immer mehr Zeit in einer virtuellen Realität verbringen, fast zum Hochzeitscrasher zu werden…

Anzenberger selbst gesteht im Programmheft, dass er über ein 8 Jahre altes Handy ohne Touchscreen verfügt. Als die Sozialen Medien zum Thema fürs neue Stück auserkoren wurden, war es eine Herausforderung für das ganze Team: Einerseits die mahnenden Worte, dass man die Jugend vor dem Verlust der Realität zu schützen hätte, andererseits der Eindruck, dass Eltern wie Kinder noch nicht gelernt hätten, richtig mit den neuen Medien umzugehen.

„Nicht selten sieht man in der U-Bahn Menschen mittleren Alters über dem Smartphone gebeugt sitzen, die ihre Timeline checken oder Katzenvideos teilen. Für den Verlust der Realität ist man letztendlich selbst verantwortlich, daran kann kein Wischhandy schuld sein. Es ist nur ein Werkzeug, das wir nutzen können und – irgendwann vielleicht auch ich – nutzen müssen“, so der Autor des Stücks, das man gesehen und gehört haben muss!  

Gelegenheit dazu gibt es am, dem Samstag, 25. Mai um 20 Uhr, am Sonntag, 26. Mai um 18 Uhr, sowie von 29. Mai bis 1. Juni und von 6. bis 9. Juni jeweils um 20 Uhr.