Quarantäne-Aus im Alltag: „Schutz steht an erster Stelle“

Erstellt am 09. August 2022 | 20:01
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8438056_wwa32daueber_mos_c_archiv_stoiser.jpg
Philipp und Isabelle Wimmer-Joannidis betreiben das „Mo´s“ in Eichgraben. Positiv getestetes Personal soll bei ihnen zuhause bleiben – ob mit Symptomen oder ohne. Foto: Archiv/Stoiser
Foto: Archiv/Stoiser
Neue Regelung stellt Unternehmen vor die Entscheidung, wie sie mit positivem, aber symptomlosem Personal umgehen. Wir hörten uns in der Region Neulengbach um.

Was ein Rundruf durch die Betriebe in der Region zum Thema Covid-Regeln definitiv ergibt: Das Thema strapaziert bereits die Nerven. Kaum jemand möchte mehr öffentlich darüber sprechen, aber beschäftigen müssen sich doch alle damit.

Neueste Entwicklung: Mit 1. August ist die Quarantäne für Corona-Infizierte gefallen, meldepflichtig bleibt die Krankheit dennoch. Corona-Infizierte ohne Symptome gelten als arbeitsfähig – für Dienstgeber heißt das, dass sie keinen Kostenersatz für die Zeit der Corona-Erkrankung mehr erhalten. Betriebe müssen jetzt entscheiden, wie sie mit positiven, aber symptomlosen Mitarbeitenden verfahren.

„Aus unserer Sicht stellt der Einsatz von Covid-19-positiv-getesteten Mitarbeitenden in der Pflege und Betreuung ein zu großes Infektionsrisiko dar.“ Clementinum-Pressesprecher Robert Schafleitner

Im Restaurant „Mo´s“ in Eichgraben sollen sie zuhause bleiben, bis ihr Test wieder negativ ausfällt. „Ich habe nichts von Mitarbeitenden, von denen eine Gefahr ausgeht. Das wäre unverantwortlich“, ist Inhaber Philipp Wimmer-Joannidis überzeugt. Sein Team teste sich auch weiterhin regelmäßig, um Sicherheit zu haben.

Im Pflegeheim Clementinum in Kirchstetten werden positiv getestete Mitarbeitende ebenfalls nicht zum Dienst eingesetzt. Pressesprecher Robert Schafleitner begründet diese Entscheidung mit der Fürsorgepflicht eines Pflegeheims: „Der Schutz unserer Bewohner steht bei uns an erster Stelle“, erklärt er. „Aus unserer Sicht stellt der Einsatz von Covid-19-positiv-getesteten Mitarbeitenden in der Pflege und Betreuung ein zu großes Infektionsrisiko dar.“

Alle Personen mit Symptomen gehen am Clementinum in den Krankenstand, ohne Symptome werden sie vom Dienst freigestellt.

Die ÖBB bietet hier mehrere Möglichkeiten: Mitarbeitende im Büro- und Verwaltungsbereich gehen ins Homeoffice. Mitarbeitende, bei denen Homeoffice nicht möglich ist, beispielsweise Zugbegleiterinnen und -begleiter oder Buslenkerinnen- und lenker, werden für die Dauer von maximal zehn Tagen unter Fortzahlung des Entgelts freigestellt. Ab fünf Tagen sind sie verpflichtet, die Möglichkeit des Freitestens wahrzunehmen.

Kritik: fehlende Kontrolle über Gastraum

Aus Sicht von Restaurantbetreiber Wimmer-Joannidis ist die neue Regelung vor allem problematisch bezüglich seiner Gäste. „Ich muss darauf vertrauen, dass positiv Getestete vernünftig sind und zuhause bleiben“, gibt er zu bedenken.

Andernfalls gehe von ihnen eine Gefahr für alle aus. „Ich fand das System mit Grünem Pass und Zutrittsbeschränkungen gut, weil es sicher und überprüfbar war“, erklärt er und bedauert, dass er den Zutritt ohne gesetzliche Grundlage nicht mehr kontrollieren kann.

Umfrage beendet

  • Beeinflusst euch das Aus der Corona-Quarantäne?