Nach Gleissenkung: "Niemand wurde informiert“. Pendler ärgert sich über fehlende Durchsagen bei Ersatzverkehr wegen Gleissenkung. ÖBB dementiert.

Von Beate Riedl. Erstellt am 21. Mai 2019 (03:38)
APA (Archiv)
Symbolbild

Kein gutes Haar lässt ein Maria Anzbacher, der täglich mit dem Zug von Neulengbach nach Wien pendelt, an den ÖBB. Verspätungen und Ausfälle sind ihm schon lange ein Dorn im Auge, seine Heimfahrt am Donnerstag brachte aber das Fass zum Überlaufen.

Der Maria Anzbacher machte sich am Nachmittag mit dem Zug auf den Heimweg, in Unter-Purkersdorf war aber Endstation: „Der Zug blieb stehen, es gab keine Durchsage, niemand wurde informiert, nicht im Zug und auch nicht am Bahnhof. Keiner konnte sagen, wie wir weiter kommen“, ärgert er sich über die Vorgehensweise.

Schließlich ging es mit dem Schienenersatzverkehr bis Tullnerbach-Pressbaum, wo der Zug in Richtung St. Pölten wartete. Auch hier: „Es gab keine Durchsage, und dann war auch noch der Zug falsch angeschrieben“, ärgert sich der Bahnfahrer. „Die ÖBB wurden zu Tode gespart, es wurde nichts investiert. Es ist Zeit, das Monopol aufzubrechen“, meint er.

„Der Zug blieb stehen, es gab keine Durchsage, niemand wurde informiert, nicht im Zug und auch nicht am Bahnhof."

Diese Kritik lässt ÖBB-Pressesprecher Karl Leitner allerdings nicht gelten: „Die Fahrgäste wurden umfangreich durch verschiedene Informationskanäle über die Zugausfälle und Verspätungen informiert.

Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet und Kundeninformationsmitarbeiter wurden eingesetzt.“ Ebenso habe es laufende Ansagen auf Bahnhöfen, Infozeilen auf Bildschirmen und Informationen über Rundfunksender und auf den Social Media Kanälen der ÖBB gegeben.

„Die ÖBB wurden zu Tode gespart, es wurde nichts investiert. Es ist Zeit, das Monopol aufzubrechen

Grund für die Sperre der Strecke war laut Leitner eine Gleissenkung zwischen Unterpurkersdorf und Tullnerbach-Pressbaum. Ursache war ein Bauvorhaben unmittelbar neben dem Bahndamm. „Sofort nach Feststellung des Schadens wurden notwendige Maßnahmen eingeleitet“, sagt Leitner. Der eingeschränkte eingleisige Betrieb konnte dann kurz nach Mitternacht wieder aufgenommen werden. „Bis zur weiteren Prüfung und Klärung der Situation blieb die eingleisige Sperre sowie die Langsamfahrstelle in diesem Bereich aufrecht.“

Der Maria Anzbacher Pendler kam rund eine Stunde später als geplant an seinem Zielbahnhof an. „Durch die Verspätungen entsteht auch ein großer volkswirtschaftlicher Schaden. Wer täglich mit dem Zug fährt, hat aufgerechnet tagelange Wartezeiten“, zeigt er sich genervt.