Sommerhalbzeit 2020: Minus nicht mehr aufzuholen. Die Badesaison in der Region Wienerwald war bis jetzt sehr schwach. Auch der späte Start wirkt sich aus.

Von Renate Hinterndorfer, Andrea Stoiser und Ernst Klement. Erstellt am 05. August 2020 (04:12)
Rein ins Vergnügen: Der Sprungturm im Neulengbacher Bad wird gern von der Jugend genützt.
Dietl

30.000 Badegäste wurden im Vorjahr bis Ende Juli im Neulengbacher Freibad gezählt, etwa 14.000 sind es heuer. Auch die Juni-Zahlen sprechen für sich: 19.000 Gäste bevölkerten im Juni des Vorjahres die Anlage, etwa 4.000 waren es heuer. Aber im Jahr 2009 waren es noch weniger, nämlich etwa 3.000. In diesem Mai war das Freibad überhaupt nur drei Tage offen. Die 22 Besucher, die im Bad waren, hatten jede Menge Platz. Viel los war hingegen am ersten richtig heißen Juli-Tag, am vergangenen Dienstag: Da strömten 1.200 Personen ins Bad und suchten Abkühlung.

Das wechselhafte Wetter und die Coronapandemie bringen Badbetreibern und natürlich auch Kantinenbetreibern heuer auf jeden Fall große Einbußen. Die Ausfälle bis jetzt seien heuer jedenfalls nicht mehr aufzuholen, sagt Manfred Korntheuer von der Neulengbacher Kommunalservicegesellschaft, die das Bad betreibt. Aber: „Schlechte Jahre gibt es immer wieder. Das Personal können wir zahlen, das ist das Wichtigste.“ Elf Personen sind im Bad beschäftigt, teilweise wurden die Stunden reduziert.

„Schlechte Jahre gibt es immer wieder. Das Personal können wir zahlen, das ist das Wichtigste.“

Wie geht man mit den coronabedingten Sicherheitsmaßnahmen um? Wie lässt sich das kontrollieren? „Das ist schwierig“, stellt Korntheuer fest. „Ein Glück ist, dass wir eine große Grünfläche haben, wo sich die Leute verteilen können.“ Aber wenn acht Leute beisammensitzen sei es schwierig festzustellen, ob sie zusammen gehören. „Strafen darf man nicht, also kann man nur auf die Vernunft der Leute setzen“, sagt Korntheuer.

Mit einem starken Besucherrückgang in dieser Saison ist auch im Wienerwaldbad Eichgraben zu rechnen. „Mit 1. August konnten wir in dieser sich außergewöhnlichen Saison rund 12.000 Badegäste im Wienerwaldbad begrüßen“, berichtet Bürgermeister Georg Ockermüller. Die Saison startete etwas verspätet und dauert noch bis 6. September. „Im Vergleich zum letzten Jahr, wo wir 27.000 Besucher zählten, rechnen wir mit einem Rückgang von etwa 30 Prozent“, so Ockermüller. Anfangs gab es eine Besucherobergrenze, nach einigen Wochen wurde die Beschränkung (ein Gast pro 10 Quadratmeter Liegefläche) aufgehoben. „Zu uns ins Bad kommen speziell an den Wochenenden viele Gäste aus Wien, die Einhaltung der Abstands- und Verhaltensregeln bei Besucherzahlen um die 600 ist aber nur schwer umsetzbar. Seit 1. August gilt wieder eine Höchstgrenze für Tagesgäste von 400.“

Das Bad sei ein Ort zum Wohlfühlen und Entspannen und wird besonders von Familien geschätzt, freut sich Ockermüller. Was ihn weniger freut sind Probleme mit der Einhaltung der Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen. Wie berichtet hat der Bürgermeister auch eine Schließung des Bades nicht ausgeschlossen, wenn sich die Badegäste nicht an die Regeln halten.

Endlich gutes Badewetter

Corona- und wetterbedingt eher zum Vergessen war bis jetzt auch die Badesaison in Altlengbach. Umso größer war in der Vorwoche die Freude, dass endlich richtige Sommertemperaturen herrschten. Am Donnerstag herrschte bei 35 Grad Hochbetrieb im kleinen Freibad.

„Das sind die ersten schönen Badetage“, freute sich Bademeister und Kantineur Paul Csuka über den guten Besuch. Er stellt fest: „Zuerst die Angst mit Covid-19, dann das miese Sommerwetter, dieser außergewöhnliche Coronasommer war bis jetzt sehr dürftig.“ Besonders die Kinder genossen den Badespaß auf der tollen Rutsche. Stammgast Monika Adamek erklärte: „Wir freuen uns, dass wir so ein tolles Freibad haben.“

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