Unternehmer sitzt in Südafrika fest . Oswald Vit aus Ochsenburg (St. Pölten), Geschäftsführer der Vit GesmbH mit Sitz in Asperhofen, ist seit März in Knysna. Eine Rückkehr ist ungewiss.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:37)
Oswald Vit (l.) und sein deutscher Nachbar Carsten Dittrich machten in Lederhosen in Knysna auf ihre Situation aufmerksam. Vit schrieb auf sein Transparent, dass er sein Schnitzel vermisst. „Natürlich könnten wir uns das auch hier machen, aber das ist halt nicht dasselbe“, schmunzelt er.
privat

Es hätte ein einmonatiger Urlaub in Südafrika werden sollen. Doch der Aufenthalt ist für Oswald Vit noch immer nicht zu Ende. Schon seit 5. März befindet sich der Geschäftsführer der Vit GesmbH mit Sitz in Asperhofen mit seiner Partnerin in Knysna, einer Stadt an der Garden Route. Das Problem ist, dass es nicht möglich ist, einen Rückflug zu bekommen.

Mit einem Transparent machte der Unternehmer mit seinem deutschen Nachbarn augenzwinkernd auf die Situation aufmerksam. „Es sollte ein Gag sein“, schmunzelt Vit. Die Südafrikaner hätten sehr freundlich reagiert. „Ein Paar aus Kapstadt hat uns sogar eine Unterkunft angeboten“, erzählt der Ochsenburger, der begeistert ist von der Freundlichkeit der Südafrikaner.

„Das einzige Problem ist die Ungewissheit“

Der Unternehmer mit eigenem Haus in Knysna will nicht jammern: „Uns geht es hier gut. Das einzige Problem ist die Ungewissheit. Wir wissen nicht, wann wir zurück nach Österreich kommen können.“ Die gebuchten Flüge wurden immer bestätigt, allerdings wenige Tage vor Abflug gecancelt. „Unseren nächsten Flug haben wir für 4. August gebucht, aber wir gehen davon aus, dass auch dieser nicht stattfinden wird.“ Ein Grund dafür sei die bereits mehrmalige Verlängerung des Visums. „Normalerweise darf man nur drei Monate in Südafrika bleiben, sonst gilt man als ‚unerwünschte Person‘ und darf ein bis fünf Jahre nicht mehr einreisen.“ Mittlerweile gibt es diese Regelung nicht mehr und man darf sogar bis Ende Oktober im Land bleiben.

Evakuierungsflüge werden zwar angeboten, aber diese seien eine komplizierte Angelegenheit. „Man muss nach Johannesburg, dann nach Pretoria, und kommt irgendwie nach Amsterdam. Wie es von dort weitergeht, ist nicht klar“, erzählt Vit. Bekannte hätten es probiert, seien allerdings aus Johannesburg wieder zurückgekehrt. Um die Firma in Asperhofen, die seit 26 Jahren besteht, macht sich Vit kaum Sorgen. „Ich habe tägliche Videokonferenzen mit meinem Sohn und dem Prokuristen. Aber es ist natürlich etwas anderes, wenn der Chef vor Ort ist.“ Wehmütig macht ihn, dass er bei der Hochzeit seines Sohnes Anfang September vermutlich nicht dabei sein kann: „Die kann ich wahrscheinlich vergessen.“

Die Zeit des Lockdown hat Vit gut verbracht. „Wir durften nur zum Einkaufen raus und auch da wurden wir von der Polizei kontrolliert.“ Mittlerweile darf man sich wieder frei bewegen, außer von 9 Uhr abends bis vier Uhr früh. „Die Leute halten sich hier an die Vorschriften, man kann Knysna aber auch nicht mit Johannesburg vergleichen.“