Hannes Steinböck: „Wir bauen in Staub hinein“. Landwirte wünschen sich so schnell wie möglich Regen. Auch Schädlinge sind Herausforderung.

Von Birgit Kindler und Christine Hell. Erstellt am 24. April 2019 (02:53)
Christine Hell
Es herrscht große Trockenheit auf den Feldern in der Region. Die Landwirte sehnen Regen herbei.

Es ist kein leichtes Jahr für die Landwirte. Trockenheit und Schädlinge machen ihnen zu schaffen. Derzeit ist vor allem der Rübenrüsselkäfer eine große Gefahr für die Rübenpflanzen. Der Schädling ist in der Region eingefallen, vor allem die Gemeindegebiete von Asperhofen und Neulengbach sind betroffen. Innerhalb kurzer Zeit frisst der Käfer ganze Äcker kahl. „Die Witterung ist derzeit für den Käfer perfekt, da es am Tag sehr warm ist“, weiß Bezirksbauernkammer-Obmann Anton Hieger, der überzeugt ist, dass die Pflanzen wieder stärker geschützt werden müssen. Dieser Meinung ist auch der Paislinger Landwirt Hannes Steinböck: „Wer mit ungebeiztem Saatgut gearbeitet hat, kann die Rübenernte vergessen.“ Er bekämpft die Rübenrüsselkäfer auch mit Fallen: „Wir haben mit einem Rillenpflug Rillen um die Felder gegraben, damit die Schädlinge hineinfallen und auch Fallen aufgestellt.“ Auf benachbarten Feldern seien Kübel mit Lockstoffen eingegraben worden. „Die Massen an Käfern lassen auf heftigen Befall schließen, auch ein Teil der Käfer kann somit vernichtet werden.“ Steinböck hatte schon im vergangenen Jahr mit den Schädlingen zu kämpfen und befürchtet, dass es heuer noch schlimmer werden wird. „Der Käfer ist sehr robust und die erlaubten Mittel wirken schwach, der Schädling ist kaum umzubringen“, weiß Steinböck, der sich um die Zukunft der Zuckerrübe sorgt: „Ohne Ernte müssen in Folge die Zuckerfabriken zusperren, damit sind viele Arbeitsplätze in Gefahr. Und wir haben dann den Zucker aus Ländern, wo wir nicht wissen, wie auf den Feldern gearbeitet wird.“

Als eine Maßnahme gibt es eine Ausnahmeregelung bei der Fruchtfolge. „Heuer dürfen 75 Prozent Getreide und Mais angebaut werden“, informiert Bezirkskammer-Obmann Hieger.

„Mit Rekorderträgen brauchen wir heuer nicht rechnen.“ Anton Hieger, Bezirksbauernkammer-Obmann

Neben Rüsselkäfern bereiten den Landwirten auch Ungeziefer wie Maiswurzelbohrer, Moosknopfkäfer, Erdfloh oder Drahtwurm große Probleme. Auch für den Borkenkäfer herrschen heuer wieder perfekte Temperaturen. Zahlreiche Bäume mussten in der Region auch heuer wieder umgeschnitten werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden.

Eine weitere Herausforderung ist das Wetter für die Landwirte. Das Wachstum auf Wiesen ist karg, ohne Regen kann der frisch gesäte Mais nicht aufgehen und auch Roggen, Weizen und Gerste, die bereits im Herbst angebaut wurden, können kaum weiterwachsen. Aber auch für das Wachstum der im Frühjahr angebauten Getreidesorten Hafer und Sommergerste wären ein paar Regentage förderlich. „Erste Trockenschäden sind schon erkennbar, die Natur benötigt dringend Regen. Mit Rekorderträgen brauchen wir heuer nicht rechnen“, ist der Bezirksbauernkammer-Obmann überzeugt. Auch Bezirksbauernrat Michael Göschelbauer ist besorgt: „Die Lagerbestände an Heu sind nahezu aufgebraucht, ohne Regen fehlt das Futter für die Tiere.“ Das Getreide ist noch nicht so weit entwickelt, wie es sollte, sagt auch Steinböck: „Es ist wahnsinnig trocken, wir bauen auch den Mais richtig in den Staub hinein.“