50 Jahre Feitlklub St. Christophen: Viel bewegt im Dorf

Wandertage, Ausflüge, Dorffeste wurden veranstaltet. 18 Mitglieder zählte der Verein 1971, jetzt sind es über 100.

Erstellt am 12. Oktober 2021 | 10:52

Ihr Stammwirtshaus Burian besuchten Mitglieder der Feuerwehr Ludmerfeld nach einem Wettbewerb in Stadt Haag. Alle hatten einen Taschenfeitl bei sich. Den hatte es als Geschenk bei den Bewerben zur Brettljause gegeben. So entstand die Idee, den Feitlklub zu gründen. Das war vor 50 Jahren. Ziel war, Geselligkeit, Tradition und Brauchtum zu pflegen und dort zu helfen, wo Hilfe notwendig ist.

Erster Obmann war Josef Tober. Zwei Jahre später übernahm Alois Priesching die Führung des Vereins für 39 Jahre. Ihm folgte 2012 sein Sohn Manfred Priesching nach: „Ich bin da so reingerutscht. Ich bin ja mit dem Verein aufgewachsen und habe viele schöne Erinnerungen an verschiedene Feste“, sagt der jetzige Obmann.

Wir sind ein Männerverein, aber ohne Frauen würde es den Verein nicht geben.“ Manfred priesching Feitlklub-Obmann

Feiern und Veranstaltungen gab es beim Feitlklub immer viele: Wandertage, Kegelabende, Maskenbälle, Nikolausfeiern, Ausflüge im In- und Ausland, Schnapsen und Grillabende wurden organisiert. Legendär sind die Faschingsumzüge der St. Christophener, die seit 1986 organisiert wurden und immer mehr Menschen anzogen. Auch die Sonnwendfeiern beim malerischen Turm in Gamesreith wurden zu einem beliebten Fixpunkt.

Lustige Erlebnisse tauchen in der Vereinschronik auf: Unvergesslich ist etwa eine Fahrt zum Münchner Oktoberfest, wo ein Pferdegespann mit Bierfässern vom Feitklub erobert wurde. Neben der Geselligkeit geht es aber auch um Aktionen für den guten Zweck: Tausende Euro wurden an notleidende Menschen in Neulengbach oder an Institutionen gespendet.

Der Verein ist im Lauf der Jahre enorm gewachsen: Vor 50 Jahren wurde mit 18 Mitgliedern begonnen, heute sind es über 100 im Alter zwischen 18 und 91 Jahren. 1979 wurde statt des Gasthauses Burian der Gasthof Lazelberger zum Klublokal. 1999 wurde der Vereinsname von Feitlklub Ludmerfeld auf Feitlklub St. Christophen geändert.

In 50 Jahren hat sich auch sonst einiges verändert. Das hat auch mit der gestiegenen Mitgliederzahl zu tun: „Wir haben Jung und Alt im Verein, da muss man auch das Programm anpassen. Das ist ein bisschen komplizierter geworden, aber es klappt ganz gut“, ist Priesching zufrieden. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen bei Veranstaltungen haben sich verändert: „Früher war alles ein bisschen einfacher und lockerer, jetzt ist alles komplexer.“

Eines hat sich nicht geändert: Der Feitlklub ist nach wie vor ein reiner Männerverein, das heißt, im Vorstand sind keine Frauen vertreten. „Aber wir schließen die Frauen nicht aus. Sie sind eine große Stütze. Ohne Frauen würde es den Verein nicht geben“, betont Manfred Priesching.

Ritual darf nicht fehlen

Und natürlich kann es ohne Feitl keinen Feitlklub geben. Dazu gehört auch ein Ritual: Im Gasthof Lazelberger hängt der Riesenvereinsfeitl. Jedes Mitglied muss beim Betreten des Vereinslokals zur Begrüßung sein eigenes Taschenmesser gegen den Riesenfeitl schlagen. Wer das vergisst, muss einen kleinen Obulus in die Vereinskassa zahlen. Da können in einem Jahr schon ein paar Hundert Euro zusammenkommen.

Das 50-Jahr-Jubiläum soll übrigens im November gefeiert werden.