Neunkirchen

Update am 11. Oktober 2018, 13:33

von Christian Feigl

Schwere Vorwürfe gegen Stadtamtsdirektor Wiedner. Am Neunkirchner Rathaus überschlugen sich am Donnerstag die Ereignisse:

Robert Wiedner und Bürgermeister Herbert Osterbauer  |  Archiv

Nachdem der Personalvertreter der Gewerkschaft, Harald Nemeth, am Dienstag Anzeige gegen Stadtamtsdirektor Robert Wiedner wegen Amtsmissbrauchs erstattet hatte, legte ÖVP-Bürgermeister Herbert Osterbauer seinem obersten Beamten nach einem klärenden Gespräch am Donnerstag nahe, einmal Resturlaub zu konsumieren: „Ohne ihn vorzuverurteilen, aber um  ihn vorerst aus der Schusslinie zu nehmen“, begründet der Stadtchef seine Entscheidung.

Harald Nemeth  |  Archiv

Bei den Vorwürfen des Amtsmissbrauches soll es sich um Datenweitergabe bei der Ausschreibung eines internen Postens im Rathaus gehandelt haben. Personalvertreter Harald Nemeth im Gespräch mit der NÖN: „Ein Mitarbeiter, der Auffälligkeiten entdeckt hat, hat sich an uns gewandt. Wir haben dann mit unseren Juristen Rücksprache gehalten und uns wurde gesagt, dass wir verpflichtet sind, den Fall zur Anzeige zu bringen.“

Laut Nemeth soll es schriftliche Beweise als auch Zeugenaussagen geben, die die Behauptungen untermauern. Offiziell wird es zwar von niemandem bestätigt, doch hinter vorgehaltener Hand war zu erfahren, dass Wiedner Daten an einen Mitbewerber für den Posten weitergegeben haben. Auch in einer zweiten Angelegenheit soll es Vorwürfe geben.

Bürgermeister Osterbauer glaubt aber, dass „alte Rechnungen beglichen werden!“: „Interessant, dass die Gewerkschaft gegen ein eigenes Mitglied Anzeige erstattet.“ Der Stadtchef selbst hofft auf rasche Klärung: „Natürlich gehört das juristisch abgeklärt und dann muss man die weiteren Schritte setzen. Vorerst gilt aber die Unschuldsvermutung“, betont er. Er persönlich glaube nicht, dass im Endeffekt etwas hängen bleiben werde.

Nemeth: „Jetzt ist einmal die Staatsanwaltschaft am Zug!“ Er hatte gestern auch noch ein Telefongespräch mit Wiedner: „Er hat mich angerufen und gesagt, dass er gerade über unsere Aktivitäten informiert wurde und gefragt, ob er als Mitglied auch juristischen Beistand unsererseits bekommt, was ich ihm zugesichert habe!“

Wiedner konnte von der NÖN für eine Stellungnahme nicht erreicht werden. Aktuelle Entwicklungen in der Causa werden an dieser Stelle ergänzt.