Anzahl der E-Autos nimmt zu. Die NÖN sprach mit Nutzern von Elektroautos im Bezirk. Ihre Bilanz fällt positiv bis gemischt aus.

Von Tanja Barta und Philipp Grabner. Erstellt am 16. Juli 2019 (04:23)
Philipp Grabner
Rene Schöngruber beim Aufladen seines E-Autos.

Fragt man Rene Schöngruber nach den Vor- und Nachteilen eines Elektrofahrzeugs, sind vor allem die Vorteile klar in der Mehrzahl.

Seit Frühjahr 2018 ist der Geschäftsführer der Firma „elektromobil“ in Neunkirchen geschäftlich stets mit seinem Renault Zoe unterwegs. „Und das habe ich zu keinem Zeitpunkt bereut“, erklärt er beim NÖN-Lokalaugenschein, während er sein Fahrzeug an der Tankstelle bei der Neunkirchner Firma Orthuber auflädt.

Eine seiner Voraussetzungen beim Kauf, dass das Auto es problemlos von Neunkirchen nach Wien und wieder retour schaffe, erfülle das Fahrzeug vollkommen. „Und zwar ohne irgendwelche Einschränkung – also mit einem Tempo von 130 Kilometer pro Stunde, während die Klimaanlage oder die Heizung läuft“, so Schöngruber. Bis dato habe das „problemlos“ geklappt, freut er sich: „Pendlern oder Nutzern von zwei Fahrzeugen würde ich ein Elektroauto jederzeit empfehlen“, meint er.

Flexibilität wird als ein Nachteil genannt

Einziger Nachteil des E-Fahrzeugs: Die Flexibilität. „Etwa, wenn ich 70 Kilometer unterwegs bin und etwas Unvorhergesehenes eintrifft oder ich länger brauche – dann muss ich immer Ausschau nach einer Tankstelle halten“, erklärt er. Und auch im Geldbörserl mache sich das E-Auto bemerkbar:

Authried
Marion Wedl würde sich wieder ein E-Auto zulegen, wie sie der NÖN sagt.

„Im Vorjahr habe ich 211,70 Euro fürs Tanken ausgegeben – ansonsten habe ich immer an kostenlosen E-Tankstellen geladen“, so Schöngruber zur NÖN. Sein in Neunkirchen ansässiges Unternehmen bietet übrigens keine E-Autos, dafür aber E-Scooter, E-Fahrräder, E-Motorräder oder Segways an.

Seit rund zwei Jahren sind SPÖ-Bürgermeisterin Marion Wedl und ihr Gatte Sigi aus Seebenstein stolze Besitzer eines BMW-Elektrofahrzeuges. Und das haben sie bis heute nicht bereut: „Wir sind wirklich sehr zufrieden. All unsere Ansprüche werden erfüllt und wir würden uns auf alle Fälle wieder eines kaufen!“ Nicht nur der umweltfreundliche Faktor überzeugt das Ehepaar, auch das Fahrzeug an sich ist „sicher zu fahren, hat genau die richtige Größe, ist wendig und beschleunigt auch sehr gut“, erzählt Wedl von ihren Erfahrungen.

Der einzige Nachteil, der für die Seebensteiner Bürgermeisterin in Wirklichkeit aber keiner ist, ist die Reichweite. „Er sollte 200 Kilometer fahren können. Das ist aber sicher nur im Sommer möglich, im Winter kommt man nicht so weit. Für mich ist das Fahrzeug aber ideal, da ich wirklich nur Kurzstrecken fahre“, so die Ortschefin.

Barta
Gerhard Pesendorfer aus Aspang zieht eine durchwachsene Bilanz.

Gerhard Pesendorfer aus Aspang ist seit fast drei Jahren Besitzer eines BMW i3. Seine Bilanz fällt eher gemischt aus: „Die Erwartungen wurden nur teilweise erfüllt, da beim Verkauf 300 bis 350 Kilometer Reichweite versprochen wurden, die Realität sieht aber anders aus.“ Positiv sei, dass man zügig fahren könne und dass wesentlich weniger Kosten anfallen würden. Sein Fazit?

„Es ist ein typisches Stadtauto beziehungsweise nicht für zu lange Wege geeignet. In der Anschaffung sind sie zu teuer, mit den geringeren Kosten bringt man das nie herein. Und über die negative Umweltbilanz bei der Produktion und dann erst bei der Verwertung des KFZs will ich gar nicht erst nachdenken.“

Im Bezirk Neunkirchen waren mit 1. Juni 2019 übrigens 238 E-Autos registriert, Ende 2018 waren es 208. In ganz NÖ sind rund 7.000 Elektro-Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs.

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